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David MichaelsTom Clancy’s Splinter Cell: Fallout Originaltitel: Splinter Cell: Fallout Übersetzung: Andreas Kasprzak Thriller, Taschenbuch Nach seinem letzten Einsatz (»Schachmatt«, siehe Rezension hier beim Geisterspiegel) ist Sam Fisher, die Splitterzelle des »Third Echelon«, zurück in den USA und bildet sich fort. Auch wenn der autonom für die US-Regierung operierende Agent schon viel Felderfahrung hat, so ist er doch bisher immer verdeckt unterwegs gewesen und musste nicht am helllichten Tag, unter den aufmerksamen Augen der Öffentlichkeit, Übergaben oder Beschattungen durchführen. Aber auch für diese Aufgabe scheint der Mann wie geschaffen zu sein, was seine Ausbilder bald feststellen dürfen. Jäh wird Fisher von seiner Fortbildung zurückgerufen, als man seinen Adoptivbruder Peter, der als Ermittler fürs Justizministerium arbeitet, halbtot aufgefunden wird. Eine Untersuchung ergibt, dass der Mann an einer Plutoniumhybrid-19-Überdosis leitet und ihm keine Chance auf ein Überleben bleibt. Leider gibt es nur wenige Hinweise darauf, wer hinter der ganzen Sache stecken könnte. Eine Möglichkeit wäre eine Verbindung zu einer seltsamen Begebenheit in Kirgisistan, wo der Rebellenführer Bolot Omurbai nach der Vortäuschung seines eigenen Todes plötzlich wieder bei seinen ehemaligen Verbündeten auftaucht, die sich im Gebirge verschanzen und in seinem Namen weitergekämpft haben. Er kündigt mit seiner Rückkehr eine Offensive gegen die Vormundschaft der westlichen Welt an und spricht von einer quasi apokalyptischen Geißel, die das Dasein auf der Erde für immer verändern wird. Mit »Fallout« erscheint der 2007 in den USA herausgebrachte »Splinter Cell«-Roman in der deutschen Übersetzung bei Panini Books. Anders als sein Vorgänger »Schachmatt«, der auf viele verschiedene Schauplätze und schnelle Action wert legte, schaltet »Fallout« einen erfreulichen Gang zurück. Die Handlungsorte werden jetzt ausführlicher beschrieben, Sams Aktionen detaillierter abgehandelt, und es kommt ein wenig mehr Ruhe in die gesamte Geschichte. Großes Plus sind wie bereits erwähnt auch die Beschränkungen auf weniger, dafür länger andauernde bzw. ausführlicher beschriebene Aufträge. Zu nennen sind hier insbesondere die Spielorte der Villa in Kanada, des kenianischen Dschungels und vor allem der verdeckte Einsatz in Nordkorea. Zwar herrschen auch in diesem Band teils sehr kurze Kapitel von maximal einem Dutzend Seiten vor (knapp 50 Kapitel bei etwa 370 Seiten), und insgesamt ist der Roman auch 50 Seiten kürzer, dennoch ist er alles in allem der gelungenere, da ausgereiftere Roman, wenn man »Schachmatt« als Vergleich heranzieht. Puristen werden vielleicht die ausführlichen Beschreibungen von Sams Ausrüstung vermissen, die es in »Schachmatt« noch gab. Grundsätzlich aber hat es David Michaels geschafft, sich gegenüber des vorherigen Bandes noch einmal zu steigern und mit »Fallout« einen Games-Roman zu schreiben, der es schafft, sich auch eigenständig neben der Spiele-Reihe zu behaupten und Facetten von »Splinter Cell« zutage zu fördern, die dem reinen Gamer verborgen bleiben. Mit »Endgame« und »Conviction«, zwei weiteren Romanen des Autors zu »Splinter Cell«, liegt seit 2009 noch mehr Material im englischen Original vor. Die Übersetzung von »Conviction« ist von Panini Books für März 2010 angekündigt.
© Sascha Vennemann |