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Rezension - Shaft und das Mordkomplott

Ernest Tidyman
Shaft, Band 4
Shaft und das Mordkomplott
Shaft among the Jews, New York 1973
Aus dem Amerikanischen von Emanuel Bergmann
Titelfoto von Baltus Mediendesign, Bielefeld

Krimi, Taschenbuch
Pendragon Verlag, Bielefeld, April 2004
192 Seiten / 9,90 €
ISBN: 9783934872379

Eigentlich freute Shaft sich auf das Interview mit der scharfen Reporterin, doch sein alter Freund Captain Anderozzi von der New Yorker Polizei bittet den Privatdetektiv um Rat. Die Polizei hat von einer Fixerin den Hinweis bekommen, dass der schwarze Revoluzzer Ben Buford einen großangelegten Raubüberfall plant. Shaft glaubt nicht an das Gerücht und ist der Meinung, dass jemand Buford in die Pfanne hauen will. Als der Detektiv einige Nachforschungen anstellt, findet er plötzlich die Fixerin tot in seiner Wohnung. Eine Warnung an ihn, nicht weiter in der Angelegenheit zu ermitteln. Für Shaft eine klare Kampfansage. Doch es kommt noch dicker, denn Shaft wird engagiert, um den schwarzen Senator Stovall zu beschützen. Der wird in Abwesenheit des Privatdetektivs übel zusammengeschlagen und schwer verletzt. Beide Fälle scheinen miteinander in Zusammenhang zu stehen. Kein gutes Omen für die Verbrecher, denn jetzt ist Shaft echt sauer …

Auch in seinem vierten Fall, niedergeschrieben von Ernest Tidyman (Drehbuchautor von »French Connection«), zeigt John Shaft keinerlei Ermüdungserscheinungen. Weder in Hinsicht auf seine Männlichkeit, noch in Bezug auf den vertrackten Fall, den der schwarze Privatdetektiv aus Harlem in gewohnt unkonventioneller Manier löst. Wer diesen Roman gelesen hat, weiß, weshalb die Figur John Shaft zum Kult avancierte. Mittlerweile hat sich um den schwarzen Privatdetektiv auch eine Schar weiderkehrender Charaktere etabliert. Ben Buford, Captain Anderozzi und der Barkeeper Rollie von der »No Name«-Bar, geben den Storys Kontinuierlichkeit und Beständigkeit. Shaft macht das, was sich sonst keiner traut: Den bösen Buben kräftig eins auf die Fresse geben. Und wenn einer dabei draufgeht, werden die Spuren verwischt und Captain Anderozzi tut sein Übriges, um seine schwarze Geheimwaffe nicht ans Messer zu liefern. Der Autor schuf mit seinen Romanen eine unvergleichliche Krimiserie, die auch heute nichts von ihrem Charme eingebüßt hat und eine erfrischende Alternative zu den aktuell modernen CSI- und Regionalkrimis bietet. Der Stil von Tidyman ist minimalistisch, flüssig und temporeich. Dank des Pendragon Verlags kommen nun auch die deutschen Leser in den Genuß der ungekürzten und unzensierten Fassung.

Die Covergestaltung ähnelt stark den vorhergehenden Büchern, sodass die Käufer schnell ins Schleudern kommen können. Dafür passen Layout und Motiv ideal zum Setting des Romans. Satzspiegel und Papierqualität lassen keine Wünsche offen.

Fazit:
Cool, skrupellos und tough. Einer der skurrilsten Privatdetektive der Literaturgeschichte zeigt auch in seinem vierten Fall keinerlei Schwächen. Weder stilistisch noch in seinen Ermittlungsmethoden.

Copyright © 2010 by Florian Hilleberg

 

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