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Rezension - Satanas

Satanas – 11.September 2001
von Martin Zedlacher
Titelbild: Eliphas Lévi
Verschiedene Innenillustrationen

Paperback, Mystery, Thriller
Book on Demand, 07/2007
368 Seiten/ 22,90 Euro
ISBN: 978-3833481710

Etwas Bedrohliches geschieht. Mary Ann Fisher, Agentin des FBI, ist davon überzeugt, einer großen Verschwörung auf der Spur zu sein. Einer Verschwörung, die bis in die höchsten Kreise Washingtons reicht. Doch noch ahnt sie nicht, wie weit nach oben es geht und mit welchem Gegner sie es wirklich zu tun hat. Als ihr klar wird, welch schrecklichen Geschehnissen ihren Lauf nehmen sollen, scheint es bereits zu spät zu sein. In einem Sumpf aus Politik, Mafia, Fanatismus und Satanismus droht der Welt eine Katastrophe, deren Uhrheber nicht von dieser Welt zu sein scheint...

Das ist es also, das Buch des österreichischen Dan Brown. Wobei mir auch nach der Lektüre nicht klar ist, warum sich Martin Zedlacher so nennt oder wie jemand auf die Idee kommen könnte, sein Werk mit jenen von Dan Brown zu vergleichen. „Satanas“ hat nur eines mit den Büchern des amerikanischen Bestseller-Autors gemein – es geht um Verschwörungen. Doch sonst hat sein Buch nicht einmal die selbe Postleitzahl wie jene von Brown. Wer also glaubt, die Zeit bis zum nächsten Langdom-Titel mit „Satanas“ überbrücken zu können, sieht sich schnell getäuscht. Und enttäuscht – wenn er auf den simplen, aber effektiven Aufbau von Brown steht und sonst keine Seitenblicke wagt. Denn auch wenn Martin Zedlacher sicher kein österreichischer oder wie auch immer gearteter Dan Brown ist, weiß dieses Buch zu unterhalten. Ja, man ist fast geneigt zu sagen, dass dem zum Glück so ist, denn sonst stünde die Auflösung schon zu Beginn des Romans fest. Doch so breitete der Autor eine spannende, mystische Geschichte vor dem Leser aus, der er gespannt folgen kann. Dabei beweist Zedlacher, dass er nicht nur als Fachbuchautor, sondern auch im fiktiven Bereich bestehen kann. Die Verknüpfungen zwischen den realen Geschehnissen und den erdachten Ereignissen in seinem Buch sind geschickt verwoben. Das Mystisch-Böse dringt in unsere Welt mit brachialer Gewalt ein und schafft es in Verbindung mit dem Fanatismus und der Grausamkeit, zu der Menschen fähig sind, den schlimmsten Terroranschlag der Geschichte heraufzubeschwören.
Die Story erstreckt sich über einen größeren Zeitraum und verbindet verschiedene Ereignisse zu einem Ganzen. Ein bisschen schwach ist hingegen die Charakterisierung der Protagonisten, hier hätte der Autor sicher ein wenig mehr ins Detail gehen können.
Soviel zum Lob, doch wie das so ist – kein Buch ist perfekt. Bei „Satanas“ ist der Schatten zudem unübersehbar, und dieser bereits zu Beginn des Buches zu finden. Der Autor hat sich nämlich nicht damit begnügt, einen bösen Geist, Teufel – wie auch immer – in sein Buch einzuflechten. So tauchen bei einer Schwarzen Messer Vampire auf, die – natürlich – dem seligen Vlad entstammen und nachkommen jenes Dracula sind, den schon Bram Stoker beschrieb. Ich weiß nicht, wie oft der Walachenfürst noch als Vampir herhalten muss, wie oft seine Gräueltaten noch aufgeführt werden und wie oft noch geschrieben wird, dass er seine Seele der Hölle vermacht hätte. Und natürlich geraten die Vampire in einen Blutrausch, kaum dass sie getrunken haben, natürlich fallen sie über Menschen her und ... Das alles hätte dieses Buch nicht gebraucht, um spannend und unterhaltsam zu sein. Es wäre ohne Vampire und Vlad ausgekommen, wäre auch interessant gewesen, hätte man solch mythische Wesen außen vor gelassen. Mehr noch, es wäre besser gewesen, würde dieser Passus fehlen. Denn zum einen wirkt er nachträglich eingepasst und will sich nicht so recht in die Story einfügen, zudem wirkt er trashig. Auch, dass die Vampire während der Story noch häufiger auftauchen, ist zum einen Überflüssig, zum anderen scheint es nicht so recht passen zu wollen.
Das Buch ist mit 22,90 Euro nicht gerade günstig, für ein Book-on-Demand-Werk jedoch typisch. Ebenso die Übergröße. Die Verarbeitung ist in Ordnung, das Cover schlicht und ansprechend.

Fazit: Martin Zedlacher ist mit „Satanas“ ein spannender Roman gelungen, der zu unterhalten weiß. Der Vergleich mit den Werken von Dan Brown ist jedoch unpassend und sollte niemanden verleiten, falsche Schlüsse zu ziehen.

Bewertung:





© Gunter Arentzen

 

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