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Kari Köster-LöscheMit der Flut kommt der Tod Titelillustration von Mauritius Images/ FinePic, München Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München Krimi, Taschenbuch Husum 1894. Als der junge Wasserbauinspektor Sönke Hansen den Auftrag erhält, sich auf der Hallig Langeneß für die Errichtung eines Steindeiches samt Leuchtfeuer einzusetzen, ahnt er nicht, welchen Wirbel sein Besuch bei den liebenswert-störrischen Halligmenschen auslösen wird. Dann wird die Leiche eines Mannes gefunden, der Sönke wie aus dem Gesicht geschnitten ist, und er sieht sich unversehens in einen Fall verwickelt, der immer weitere Kreise zieht. Im sensiblen politischen Umfeld von Friesen, Dänen und Preußen und immer auf der Hut vor dem unberechenbaren Oberdeichgrafen, macht sich Sönke an die Lösung seines ersten Falls ... Sönke Hansen, Wasserbauinspektor in Husum, beklagt das spurlose Verschwinden seiner dänischen Verlobten Gerda, die der preußischen Obrigkeit stets die Stirn gezeigt hatte – und daran gescheitert ist und somit das Land und auch Hansen verlassen musste. Mit unbekanntem Ziel. An einem warmen Frühlingstag des Jahres 1894 findet eine Besprechung im Preußischen Amt für Wasserbau statt, an dem außer Sönke Hansen, dem jüngsten Mitarbeiter, und seinem Chef noch Baron von Holsten (Oberdeichgraf) teilnimmt. Schnell wird klar, dass zwischen ihm und Hansen eine unterschwellige Animosität herrscht. Sönke Hansen wird auf die Halligen ausgesandt, um mit den Bewohnern in Kontakt zu treten – und den Erhalt und die Nützlichkeit der Halligen vor Ort in Augenschein zu nehmen. Auf der Hallig angekommen, besichtigt Hansen als Erstes die Westseite und stellt fest, dass die Zerstörung der Hallig zügiger voranschreitet als er gedacht hatte. Doch es gibt auch Halligbewohner, die ihm freundlich begegnen und seine Vorschläge, die Hallig zu retten, unterstützen. Der Lehrer Carsten Boysen, den Sönke Hansen auf einem Spaziergang kennenlernt, Mumme Ipsen und Jorke Payens, eine junge, sympathische und resolute Frau, die Sönke Hansen sichtlich »unter die Haut« geht. So sehr, dass er sich auf eine Nacht mit ihr einlässt und sich daran erinnern muss, dass er Gerda treu ist (auch wenn das wohl nicht mehr vollends zutrifft). Dann wird ein Toter am Strand gefunden, dessen Kleidung darauf schließen lässt, dass es sich um einen Städter handelt. Tete Friederichsen streut schnell das Gerücht, der Tote habe Sönke Hansen ähnlich gesehen und es läge eventuell eine Verwechslung vor und Hansen hätte ermordet werden sollen, somit träfe diesen eine Mitschuld an dem Mord. Auch dem Reporter Hajo Clement von den »Föhrer Nachrichten« erzählt Friederichsen, dass Hansen ein »Ärgernis und Unglücksbringer« sei. Seit Sönke Hansen in dem Rum-Kontor aufgetaucht ist, wo alle Fäden zusammenzulaufen scheinen, mehren sich die Unglücksfälle, in die er verwickelt wird, sodass er offensichtlich wird, dass man ihm nach dem Leben trachtet. Kari Köster-Lösche versteht es auf stilistisch filigrane Art ein Szenario zu schaffen, eine Stimmung und Atmosphäre, die den Leser von den ersten Seiten an, mit in die Handlung nimmt. Die Personen agieren nicht nur, sie leben und wecken Zu- und Abneigungen in einem. Und zeigen, welche Vorurteile noch vorherrschen: »Die Schwarzen sind ja irgendwie auch Menschen.« Somit ist »Mit der Flut kommt der Tod« nicht nur ein Krimi, sondern ein stimmungsvoller Landschaftsroman und ein Gesellschaftsbild dieser Zeit. Fazit: © Alisha Bionda |