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Joseph D’LaceyMeat Meat, London 2008 Aus dem Englischen von Stephan Glietsch Titelillustration von Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, München Thriller, Dark Fiction, Taschenbuch In einer postapokalyptischen Zukunft: Auf den ersten Blick wirkt »Meat«, wie eine düstere, postapokalyptische Zukunftsvision mit hohem Gewalt- und Brutalitätsfaktor, der den Roman eigentlich für das Label Heyne Hardcore prädestiniert. Riskiert man allerdings einen zweiten Blick und macht man sich dann die Ernährungs- und Zuwachsproblematik unserer heutigen Gesellschaft bewusst, so bekommt der Debütroman von Joseph D’Lacey einen erschreckenden, beklemmenden Beigeschmack. Plötzlich erscheint das Buch alles andere als unglaubwürdig, und wer die Brutalität der menschlichen Rasse kennt, der weiß, zu was Personen, die Hunger und Durst leiden, fähig sind. Gleichermaßen haftet der brutalen Geschichte etwas Märchenhaftes an. John Collins als Prophet und seine Jünger, die sich nur von Licht und Luft ernähren, sowie der geläuterte Messias Richard Shanti, der das gebeutelte Volk in die Freiheit führen soll, verlangen vom Leser eine Menge Fantasie und Toleranz. Dabei ist der Protagonist ein Kämpfer, der für seine Töchter über sich hinauswächst, auch gegenüber einem omnipräsenten Superschurken, wie Rory Magnus, der wie eine Mischung aus Al Capone und Hannibal Lecter seine Feinde zerschmettert. Würde und Leben sind diesem Koloss fremd, und seine Grausamkeit ist beispiellos. »Meat« ist ein gnadenloses, bestialisches Buch und ein Spiegelbild der menschlichen Natur. Das gilt auch für John Collins, der in seiner Verklärtheit die Hoffnung symbolisiert. Wer selbst schon einmal ein Schlachthaus von innen gesehen hat, der weiß, wie die Tiere leben und sterben, und angesichts der vielen hungrigen Mäuler, die gestopft werden wollen, ist das Schreckensszenario in »Meat« nur einen Katzensprung von der heutigen Gesellschaft entfernt. Oder doch nicht? Trotz seiner blutigen, triebhaften Gewaltdarstellungen ist D’Laceys Werk ein Roman, der zum Nachdenken und Hinterfragen einlädt. Treffender hätte man das Cover dieses Romans nicht gestalten können. Einfach und wirkungsvoll. Papier und Satz sind dabei von gewohnt hoher Qualität. Fazit: © Florian Hilleberg |