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Krimi/Thriller, Taschenbuch Aufgrund des großen Erfolgs der Kriminalromane von Henning Mankell überfluten deutsche Verleger den Markt mit weiteren skandinavischen Krimiautoren. Unter anderem auch von Jo Nesbø, dem zurzeit erfolgreichsten Krimiautor Norwegens. Sein zweiter Roman um den alkoholkranken Kriminalinspektor Harry Hole spielt in Bangkok. Dort soll er den Mord an einem norwegischen Botschafter aufklären, der erstochen in einem Motel aufgefunden wurde. Was zunächst aussieht wie ein Politskandal, in dem es um Spielsucht und Prostitution geht, wird zunehmend verwickelter. Hole stößt auf zu viele Ungereimtheiten. Gemeinsam mit seiner thailändischen Kollegin Liz versucht er, das Rätsel zu lösen. Nesbøs Roman ist recht unterhaltsam und besitzt viele spannende Momente. Die Figuren wirken lebendig, teilweise sind sie jedoch auch zu überdreht und erscheinen daher mehr wie die Figuren eines Kinofilms als die eines Romans. Das Ganze trifft übrigens auf die komplette Geschichte zu. Während ein Teil davon geschriebene Unterhaltung ist, erweist sich der andere Teil so, als wäre Nesbø zu sehr von Actionfilmen beeinflusst. So ergeben sich Situationen, denen es abrupt an Glaubhaftigkeit fehlt, was durch die überzogenen Handlungsfolgen verursacht wird. Das heißt nicht unbedingt, dass »Kakerlaken« ein schlechter Roman ist. Nur, er bewegt sich zwischen Kriminalroman und Heftroman hin und her, was nicht unbedingt positiv ist. Insgesamt ist der Roman hervorragend recherchiert. Hier heißt es wirklich: Hut ab. Allerdings gelingt es Nesbø nicht, die Informationen als Teil der Handlung oder eines Gesprächs wirken zu lassen. Vielmehr wirken genau an diesen Stellen die Dialoge künstlich. Man könnte hier auch frei nach Reich-Ranicki sagen: Wenn ich ein Buch über Thailand lesen will, dann lese ich gleich ein Sachbuch. Nesbø schmeißt dadurch den Leser unweigerlich immer wieder aus dem Handlungsfluss. Über das Ende des Romans kann sicherlich gestritten werden. Ich persönlich, fand manche Aspekte zu stark konstruiert und wie auch Teile der Geschichte so übertrieben, dass die Handlung ins Unglaubhafte abtrudelt. Als Fazit kann man daher festhalten: ein spannendes, aber handwerklich nicht sehr gelungenes Buch. © Max Pechmann |