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Irrsinn
Von Dean Koontz Thriller, Taschenbuch Irrsinn
Mit „Irrsinn“ lieferte Dean Koontz einen exzellenten Psychothriller mit einem originellen Plot ab. Dabei müssen keineswegs verrückte Wissenschaftler mit aberwitzigen Seren oder bösartige Aliens herhalten. In diesem Roman besinnt sich der Schriftsteller auf das, was er am besten kann: Psychothriller, in denen die grauenhaften Taten von kranken Menschen begangen werden. Der Protagonist Billy erinnert wohl nicht rein zufällig an andere Helden von Dean Koontz. Nach derart vielen Büchern ist es schwer jedem Charakter einen individuellen Anstrich zu verleihen. Billy ist ein vom Schicksal gebeutelter Mann, der trotz allem ein netter, freundlicher und moralisch gefestigter Mann zu sein scheint. Hier hat es der Autor verstanden überzeugend darzustellen wie Billy von seinem unbekannten Widersacher zu Taten gezwungen wird, die er eigentlich nicht tun will. Damit erhält der Anschein reiner Unschuld bald Risse und als sich Billy gezwungen sieht einen Verdächtigen mit fragwürdigen Methoden zu verhören blickt er in die Abgründe seiner Seele. Das Spiel des Irren ist mehr als perfide und erinnert in seiner Grausamkeit an den Film „SAW“, wenngleich Billy sich nicht selbst verstümmeln muss. Der Terror liegt in erster Linie im Bereich der Psyche und Koontz schildert eindringlich wie diese subtile Folter das seelische Gleichgewicht des Hauptakteurs untergräbt. Mittlerweile hat sich der Verlag darauf spezialisiert, die Bücher von Koontz mit der Abbildung von Insekten zu zieren. Mit dem Inhalt haben diese Motive in den seltensten Fällen etwas zu tun, so auch in diesem Fall. Dabei wäre das Bild einer Gottesanbeterin sogar angemessen gewesen, denn eine von Billys Bekannten, entdeckt ein totes Exemplar und will aus ihm die Zukunft herauslesen. So bleibt lediglich ein schön düsteres Covermotiv von zwei sich gegenüberstehenden Wespen, als Sinnbild des mörderischen Spiels zwischen Billy und dem Psychopathen. Einfach und wirkungsvoll. Fazit:
© Florian Hilleberg |