| Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Taschenbücher anderer Autoren / Romanhelden Thriller - Hell Island | |||||||||||||||
|
|||||||||||||||
Matthew ReillyHell Island Originaltitel: Hell Island Übersetzung: Hellmuth Hartmann Thriller, Taschenbuch Captain Shane Schofield, genannt »Scarecrow« ist zurück! Diesmal müssen der sonnenbebrillte Marine und sein Team mit drei anderen Einheiten zusammen die kleine Pazifikinsel Hell Island untersuchen, auf der seltsame Dinge vor sich gehen. Einst war die Insel im Zweiten Weltkrieg von den Japanern besetzt und mit Verteidigungsanlagen gespickt. Das Versorgungstunnelnetz der Japaner durchzieht heute noch den Boden der Insel. Viele Dutzend amerikanische Soldaten starben bei der Rückeroberung des Eilandes. Matthew Reilly, einer von Australiens besten Action-Autoren, schickt in dieser kurzen Novelle erneut seinen bekannten Helden Captain Shane »Scarecrow« Schofield ins Feld. Reilly-Leser kennen die Figur und ihre Hintergründe aus den Romanen »Ice Station«, »Die Offensive« und »Operation Elite«, in denen er ebenfalls mit seiner Busenfreundin (und manchmal auch etwas mehr als das) Gena »Mother« Newman und einem Team an Marines unterwegs ist. Chronologisch muss man »Hell Island« zwischen den Romanen »Die Offensive« und »Operation Elite« ansetzen. Im Roman selbst wird nämlich rückblickend nur auf »Ice Station« und »Die Offensive« als Gerüchte um die angeblichen bisherigen spektakulären Aktionen mit Beteiligung Schofields Bezug genommen. Doch das war es dann auch schon an Referenzen zu anderen Reilly-Werken. Auf nur 112 Seiten ist kein Platz für lange Personenbeschreibungen, und die sind auch gar nicht nötig. Entweder kennt sie der Leser aus den anderen Reilly-Thrillern – oder sie sind ihm egal, denn was der Autor hier in seiner gewohnten Art inszeniert, ist ein rasantes, größenwahnsinniges und sich am äußersten Rande des Realismus bewegendes Action-Feuerwerk, wie man es sich als anspruchloses Lesefutter für zwischendurch wünscht. Da überschwemmen Horden von Gegnern den Flugzeugträger und schießen und kloppen alles zu Klump, was ihnen in die Finger gerät. Da werden Jagdgeschütze auf Deck verwendet und Hubschrauber geschrottet. Da kann Schofield den Tag retten, in dem er sich daran erinnert, was sein Großvater, der hier an den Rückeroberungskämpfen der Amis im Zweiten Weltkrieg teilgenommen hat, ihm über die Besonderheiten der militärischen Einrichtungen auf Hell Island erzählt hat. Wie immer bleibt Reilly dabei zeitweise nicht ganz logisch, und Realismus wird zugunsten durchaus gelungener Action ausgeblendet, aber das fällt bei dem Tempo, mit dem Reilly seine Protagonisten von einer Gefahr in die nächste hetzt, gar nicht so sehr auf. Was eher auffällt, ist die schon fast an Dreistigkeit grenzende Idee, eine vier Jahre alte Novelle von bemerkenswerter Kürze als neuen Thriller-Roman zum Vollpreis von 6,95 Euro anzubieten. Hier schießt sich der Ullstein-Verlag ein Eigentor, denn selbst Reilly-Fans dürfte das ein wenig Zuviel des Guten sein. Besser wäre es gewesen, diesen Text als Bonus zum später erschienenen »Operation Elite«-Roman im Hardcover und Taschenbuch oder einem anderen längeren Reilly-Werk hinzuzufügen, als jetzt ein großzügig gedrucktes, verspätetes, überteuertes und eigenständiges Taschenbuch auf den Markt zu werfen. Da helfen auch die standardmäßigen, wenn auch netten und hilfreichen Skizzen der Handlungsorte (Insel und Flugzeugträger) im Buch und das gelungene Cover nicht, das Gesamtbild der Veröffentlichung abzurunden. Fazit:
© Sascha Vennemann |