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Rezension - Göttin der Finsternis

Mara Laue
Göttin der Finsternis

Okkult-Krimi, Taschenbuch
Verlag Torsten Low, Erlingen, Dezember 2011
448 Seiten/ 14,90 €
ISBN: 9783940036131

Ashton Ryder hat sich mehr oder weniger in sein neues Leben als Vampir und Wächter eingefügt. Unterstützung findet er in seiner Seelengefährtin Stevie sowie seinen neuen Freunden. Selbstzweifel wegen der Morde, die er aus Unwissenheit an Vampiren verübte, plagen ihn nach wie vor. Da erschüttert eine Krise das Leben der Vampire. Weltweit greifen Vampire Menschen und andere Wesen an und töten sie scheinbar wahllos. Die Wächter stehen vor einem Rätsel, weil sie sich diese plötzliche Aggressivität ihrer Artgenossen nicht erklären können.
Als Ashton Opfer des Bösen wird, ruft das den Sukkubus Sam Tylor auf den Plan. Mithilfe ihrer Magie gelingt es, die Ursache des Bösen ausfindig zu machen. Doch das hilft den Vampiren zunächst nicht weiter. Denn die Göttin der Finsternis ist für sie unerreichbar und unbesiegbar.
Ashton geht unterdessen seinen eigenen ungewollten Weg und bringt alle seine Freunde in Gefahr. Die Lage spitzt sich immer weiter zu und es ist keine Rettung in Sicht …

Mara Laue schließt im 2. Teil der Trilogie um Ashton Ryder direkt an die Ereignisse aus dem 1. Buch an. Der Leser wird konfrontiert mit Ashtons Selbstzweifeln, aber auch mit seinen Fortschritten, die er als Vampir und Wächter gemacht hat. Da schleicht sich das Grauen in die alltäglichen Geschehnisse und verändert alles. Anhand von Ashton führt Mara Laue dem Leser vor Augen, wozu das Böse fähig ist. Trotz aller Hoffnungen zieht sie den jungen Vampir gnadenlos auf die dunkle Seite und dann kam der Moment, wo ich mich als Leser fragte, wie viel ein Mensch oder in dem Fall ein anderes denkendes und fühlendes Wesen ertragen kann. Die seelische Pein, der Ashton ausgeliefert ist, erschien mir beinahe zu gewaltig, als dass er diese bewältigen könnte. Sie schreitet so weit fort, dass nichts und niemand den Vampir daraus befreien oder ihn erlösen können.
Ashton Ryders Qualen erschienen mir – insbesondere durch die unnötig vielen Hinweise darauf - ein wenig zu gewaltig, weshalb ich einige Mühe hatte, sein Tun in den Fängen des Bösen nachzuvollziehen. Zu oft verwies die Autorin im Vorfeld auf Ryders seelische Qualen bezüglich der von ihm verübten Morde, die ihn dadurch so menschlich machten. Dann schlägt der Vampir in ihm zu und verändert die gesamte Situation. Danach quält sich der Vampir mit neu hinzugekommenen Schuldgefühlen, auf die mir auch ein wenig zu oft hingewiesen wurde. Dieser schnelle Wechsel von Gut und Böse ging mir persönlich ein bisschen zu krass vonstatten, jedoch muss man Mara Laue zugute halten, dass sie dabei sich und ihrem Stil absolut treu und die Story in sich stimmig bleibt. Und es wäre kein Roman von Mara Laue, wenn sie nicht einige Tricks auf Lager hätte, mit denen sie sich aus der Situation wieder hinausmanövrieren könnte. Damit treibt sie die Handlung voran und überraschte mich einmal mehr damit, dass sie sich an keiner Stelle in Ungereimtheiten verstrickte. Die Autorin führt ihre Protagonisten gern in ausweglos scheinende Situationen, aber sie hat stets eine Lösung parat. Und in diesem Fall heißt diese Lösung Sam Tylor. Jener Sukkubus, den die Leser aus der gleichnamigen Online-Serie kennen. Denn zum Ende hin wird dieser Roman stark von Sam beeinflusst, zu einem großen Teil wird er eine Geschichte von Sam. Die Verflechtungen machen die Autorin Mara Laue unverwechselbar und wecken in mir immer wieder die Lust, mehr davon zu lesen.

Fazit:
Alles in allem ist Mara Laue mit Göttin der Finsternis wieder ein spannendes Abenteuer gelungen, das sie in ihrer ganz eigenen, unterhaltsamen Art vermittelt. Sie überschreitet Grenzen, weil sie in diesem Genre die Möglichkeiten dazu hat und diese auch voll ausschöpft, und zeigt dem Leser einmal mehr auf, dass Gut und Böse nicht immer das sind, was sie zu sein scheinen.

Bewertung:


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