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Rezension - Freundschaftsdienste

Jan Schröter
Freundschaftsdienste

Thriller, Taschenbuch
Edition Temmen, Bremen, Oktober 2009
240 Seiten / 12,90 €
ISBN: 9483837870039

Job gekündigt, Ehe kaputt Tom Hansen möchte vor allem eins: in Ruhe gelassen werden. Das von ihm spontan übernommene kleine Hamburger Buchantiquariat abseits von Trend und Trubel scheint dafür genau der richtige Ort zu sein. Doch dann wird ein Nachbar vom Bücherregal erschlagen, eine Frau fällt vom Himmel, Toms Tochter vertont Anleitungen zum Elternmord, und seine besten Freunde spielen verrückt. Damit beginnen erst Toms Probleme. Und bald steht er vor der Frage: Ab wann kann man sich nicht mehr aus den Dingen heraushalten?

Skurriler, ja abgefahrener kann der Einstieg in die Storyline, den der Autor Jan Schröter wählt, nicht sein. Dieser könnte glatt einer Schlagzeile der »Bild« oder aus einem Sensationsartikel der lokalen Presse entsprungen sein: Professor für Literatur von Bücherregal erschlagen! Treffender geht es wirklich nicht.

Skurril sind auch die unterschiedlichsten Protagonisten, die Jan Schröter in Freundschaftsdienste agieren lässt. Da ist in erster Linie der Buchhändler Tom Hansen, ein wenig gebeutelt durch die überstandene Scheidung und auf der Suche nach Ruhe. Doch diese findet er nicht. Denn zum einen wird er ständig von seiner Vermieterin aufgesucht, die ihn ermahnt, nicht in seiner Buchhandlung zu schlafen; es sind eben Geschäfts- und keine Wohnräume. Doch Hansen macht sich nichts daraus.
Schräg ist die Geschäftsidee, die Hansen nach dem Tod von Theresa Burghausen umsetzt: Er verkauft alle Postkarten, die sich im Drehständer befanden, an sensationslüsterne Kunden, die in Scharen seine sonst nicht so gut frequentierte Buchhandlung aufsuchen. Und Hansen setzt noch einen drauf. Ladenhüter bringt er unter die Leute, die angeblich von Theresa Burghausen bestellt wurden, aber durch sie nicht mehr aus genanntem Grund abgeholt werden können.

Hansen wird einmal mehr in das Beziehungschaos seiner zwei Freunde Micha und Frank hineingezogen, obwohl er selbst jede Menge Probleme hat. Doch die drei kennen sich seit ihrer Kindheit, und so nimmt sich Hansen dieser Probleme an.
Tom Hansens Hauptproblem ist aber seine Tochter Lea, die einfach spurlos verschwindet. Tom macht sich auf die Suche, wird fündig und von zwei Typen zusammengeschlagen.
Als der Tod in das unmittelbare Leben von Tom Hansen eindringt, hält es den Buchhändler nicht mehr länger: Tom hält sich nicht mehr aus den Geschehnissen, die sein Leben beeinflussen, heraus und ermittelt auf eigene Faust.

Mit dem Thriller » Freundschaftsdienste« begibt sich der Leser auf eine recht abenteuerliche Reise, die überall stattfinden könnte. Der Autor versteht es brillant, bis zum Schluss der Story einen actiongeladenen Spannungsbogen aufzubauen und diesen zu halten. Nichts wirkt gekünstelt oder lebensfremd. Es sind Dinge und Sachverhalte, welche Jan Schröter aus dem wahren Leben aufgreift und diese in seiner Story verarbeitet.
Obwohl in »Freundschaftsdienste« jede Menge Morde passieren, hat die Story ein Happy End. Und der Hauptprotagonist findet endlich die Ruhe, die er von Anfang sucht.

Fazit:
»Freundschaftsdienste« ist ein interessanter Thriller-Lesestoff, gewürzt mit Liebe, Hass, Konflikten und Slapstick. Eine Bereicherung nicht nur für Regionalkrimis, sondern darüber hinaus.

Bewertung:



© Wolfgang Brandt

 

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