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Rezension - Eternitas

Ronald Cutler
Eternitas

Thriller, Taschenbuch
Ullstein, Berlin, März 2009
425 Seiten / 8,95 €
ISBN: 9783548269580

Der amerikanische Archäologe Josh Cohan macht Urlaub in Israel und aufgrund eines Traumes, einer Vision, findet er in der Nähe von Jerusalem einen Tonkrug mit einer Schriftrolle. Irgendwie weiß Josh sofort, dass es sich bei der Rolle um ein Schriftstück von Joshua ben Josef, also Jesus Christus handelt. Um nicht schon wieder vom Ruhm einer seiner Entdeckungen ausgeschlossen zu werden, wendet er sich an das Forschungsteam unter Leitung von Moshe ben Daniel, damit er den Untersuchungen an der Schriftrolle beiwohnen kann.
Doch nicht nur Josh interessiert sich brennend für den Inhalt und die Echtheit der Schriftrolle, sondern auch »Die Wächter«, eine fanatische religiöse Sekte tritt in Aktion. Vertreten durch den Meister und seine 12 Jünger greift die Sekte ins Geschehen ein und diese gehen über Leichen, um an die Rolle zu gelangen. Auch Danielle, Moshes Tochter gerät in die Fänge der Sekte. Und nur Josh ist in der Lage, den Wahnsinn, den er mit seinem Fund ausgelöst hat, zu stoppen.

Da mich archäologische und insbesondere biblische Hintergründe in Thrillern besonders interessieren, habe ich dieses Buch natürlich lesen müssen. Positiv überrascht war ich von den detaillierten Beschreibungen Jerusalems, Nazareths, eben von den Schauplätzen der Handlung und dem Alltag in Israel, der dem Leser ohne Beschönigungen nahe gebracht wird. Doch damit hört die positive Kritik am Roman beinahe schon auf.
Die Handlung selbst baut sich auf Träumen und Meditationen auf, was in meinen Augen sehr schnell an Glaubhaftigkeit verliert. Der Autor macht es sich für meinen Geschmack etwas zu einfach, indem er alle Konflikte durch Eingebungen, die Josh hat, löst. Auch das Rätsel, wer sich hinter dem Meister verbirgt, löst er viel zu früh auf, der Hinweis auf die Person erfolgt an einer Stelle, wo ich als Leser gerade begann, über die tatsächliche Person des Meisters nachzudenken. Dadurch verlor der Thriller an einer Stelle an Spannung, wo diese gerade erst aufgebaut werden sollte.
Auch die Figur des Sicherheitsbeamten Aaron wird für den Leser schnell durchschaubar. Zu direkt sind die Hinweise, die Cutler da einfließen lässt. Für den Erhalt der Spannung sorgt lediglich die erneute Entführung Danielles, doch auch da hoffte ich die ganze Zeit, dass Ihre Befreiung nicht wieder so einfach und unproblematisch verlaufen würde wie am Anfang der Story.
Was mich letztendlich das ganze Buch fertig lesen ließ, war die Hoffnung, dass es am Ende noch überraschende Wendungen geben würde, leider wurde ich auch da enttäuscht.
Lesenswert war Eternitas schlussendlich nur wegen der Beschreibungen der Handlungsorte. Nähme man die Handlung raus, bliebe ein anschaulicher Reiseführer übrig, der tatsächlich ohne Bilder auskommen könnte. Aber gerade das machte das Buch dann doch wieder interessant, besonders unter dem eingangs erwähnten archäologischen Aspekt, weshalb ich dieses Buch lesen wollte.

Bewertung:



© Anke Brandt

 

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