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Rezension - Dunkles Eis

Greig Beck
Dunkles Eis
Originaltitel: Beneath the Dark Ice

Thriller, Taschenbuch
Rowohlt Verlag, Reinbek, Dezember 2009
363 Seiten / 9,95 €
ISBN: 9783499252815

Das Thema Nord- und Südpol ist gerade in. Somit spielt auch Greig Becks erster Roman »Dunkles Eis« in der Antarktis, wo es zu einem Flugzeugabsturz kommt. Ein Rettungsteam wird losgeschickt, doch der Funkkontakt bricht unerwartet ab. Ein zweites Team wird daraufhin ausgestattet, um zu erkunden, was an dem Unglücksort vor sich geht. Mit dabei ist Supersoldat Alex Hunter, der zusammen mit seinen HAWCs auf die Gruppe Forscher aufpassen soll. Sie finden ein bizarres Höhlensystem, dessen Eingang durch den Flugzeugabsturz freigelegt wurde. Von dem ersten Rettungsteam gibt es jedoch keine Spur. Doch im Verlauf ihrer Suche stößt die Gruppe auf die Ursache für das plötzliche Verschwinden ihrer Vorgänger. Es handelt sich dabei um einen gigantischen Urzeitkraken, der in den Höhlen haust und sich am liebsten von Menschenfleisch ernährt. Damit ist der Kampf zwischen Mensch und Monster eröffnet.
Greig Becks Roman ist flüssig und spannend geschrieben. Er ist zwar vorhersehbar, doch trübt dies im Grunde genommen nicht die Leselaune. Was das Team unterhalb des Eises des Südpols so alles findet, lässt durchaus Becks Vorbilder für diesen Roman erkennen: Lovecraft und Jules Verne. Von Ersterem übernahm er die Idee von Überresten einer frühen Hochkultur, vom Zweiten die Fauna und Flora, welche sich an einem unterirdischen Gewässer ausbreitet. Hier übernimmt Beck sogar beinahe eins zu eins Szenen aus Vernes »Reise zum Mittelpunkt der Erde«. Allerdings ist dies keineswegs negativ zu beurteilen. Denn Greig Beck gelingt es, die alten Ideen etwas aufzufrischen. Hinzu kommt auch noch ein bisschen Doc Savage. An diese Figur erinnert jeden Falls Alex Hunter, der sich nach einer Operation einer fast tödlichen Schusswunde in eine Art Superheld verwandelt.
Greig Beck vermeidet unnötige Längen. Er konzentriert sich allein auf die Handlung, die er in rasantem Tempo vorwärtstreibt. Dabei kommen allerdings die einzelnen Charaktere eher ins Hintertreffen, was zur Folge hat, dass sie mehr oberflächlich erscheinen. Doch von einem Actionroman sollte man auch keine komplexen Hintergrundgeschichten erwarten. Apropos Hintergrundgeschichte. Hier bleibt es dem Leser überlassen, sich zu fragen, wieso der Monsterkrake im Prolog an der Küste Virginias auftaucht, wo es doch später erscheint, als habe das Monster seinen antarktischen Wohnort seit Jahrtausenden nicht verlassen. Auch die Vermischung zwischen Mayasprache und derjenigen eines nordamerikanischen Indianerstammes (hinsichtlich des Wortes »Croatoan«) erweist sich als kleiner Patzer. Insgesamt aber ist »Dunkles Eis« ein sehr unterhaltsamer Spannungsroman, der Spaß macht.

Copyright © 2010 by Max Pechmann

 

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