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Rezension - Die Bestie von Florenz

Douglas Preston, Mario Spezi
Die Bestie von Florenz
Originaltitel: The Monster of Florence

Thriller, Taschenbuch
Knaur Verlag, München, Juni 2010
432 Seiten / 9,95 €
ISBN: 9783426504369

Normalerweise ist Douglas Preston als Thrillerautor bekannt. Nun aber legt er einen Bericht vor, der es in sich hat. Es handelt sich dabei um den Fall der »Bestie von Florenz«, einem Serienmörder, der zwischen den Jahren 1968 und 1985 in der Gegend um Florenz sein Unwesen trieb. Bei den Opfern handelte es sich um Liebespaare. Die Morde vollzogen sich seltsamerweise immer in Neumondnächten. Zusammen mit seinem Freund, dem italienischen Journalisten Mario Spezi, versuchte Preston, Licht in diesen noch immer rätselhaften Fall zu bringen.

Preston stolperte mehr oder weniger zufällig über die unheimliche Mordserie, da er eine Zeit lang in der Nähe eines der grausamen Schauplätze wohnte, um für einen Krimi zu recherchieren. Er stieß dabei auf Mario Spezi, der sich seit Jahren mit diesem ominösen Fall herumplagte, da er den offiziellen Ermittlungen keinen Glauben schenkte. Preston schloss sich der Suche Spezis an, nur um in ein Gewirr aus Ermittlungsfehlern, Falschaussagen und Inkompetenz zu geraten. So wurde z. B. bei den ersten Morden nicht darauf geachtet, den Tatort abzusichern, sodass genauere Untersuchungen unmöglich waren. Doch beide Autoren decken auch das unglaubliche Verhalten der am Fall beteiligten Polizisten, Richter und Staatsanwälte auf. Und genau dies hat für Preston und Spezi dramatische Folgen. Denn beide geraten auf einmal in das Fadenkreuz der Ermittler.

Beim Lesen des Buches muss man sich stets vergegenwärtigen, dass dies kein Roman ist, sondern hier Tatsachen wiedergegeben werden. Und genau dies raubt einem schier den Atem. Dies liegt nicht allein an der recht unheimlichen Mordserie, die in etwa derjenigen des sogenannten Zodiac-Killers in den USA erinnert, sondern zusätzlich an dem unerhörten und schier unglaublichen Verhalten, das sich die Ermittler erlaubten. Aus dieser Perspektive lassen beide Autoren kein gutes Haar an der italienischen Polizeiarbeit. Wichtige Beweise wurden einfach übergangen, das von US-amerikanischen Profilern erstellte Täterprofil fand seinen Weg stillschweigend in die staubigen Archive. Bei ihren Recherchen stoßen Preston und Spezi auf eine Reihe verdächtiger Personen sowie andere Mordfälle, von denen behauptet wird, dass sie irgendwie im Zusammenhang mit der »Bestie« stehen würden. Der Leser wird bei den Beschreibungen indirekt dazu verleitet, gemeinsam mit beiden Autoren mit zu rätseln, wer nun der eigentliche Täter sein könnte. Die Spannung, die beide Autoren dadurch erzeugen, ist in der Tat nichts für schwache Nerven.

Copyright © 2010 by Max Pechmann

 

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