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Caspar ist Patient der Teufelsbergklinik, wo prominente Leute ihre Depressionen und Traumata behandeln lassen. Caspar leidet unter Amnesie und wird darüber hinaus von Visionen geplagt, in denen er ein Mädchen, vermutlich seine Tochter, sieht, die starke Ängste aussteht. Jetzt, kurz vor Weihnachten befinden sich nur noch drei Patienten, zwei Therapeuten, eine Krankenschwester, die Köchin Sybille und der Hausmeister in der Klinik. Alles scheint soweit in Ordnung, bis ein Krankenwagen vor dem Gebäude verunglückt. Der Sanitäter hat einen Mann transportiert, der sich alkoholisiert ein Messer in den Hals rammte. Doch kurz nachdem die Neuankömmlinge untergebracht sind, beginnt der Terror. Die Ärztin Sophie wird traumatisiert und im Schockzustand aufgefunden, während der verletzte Mann, namens Bruck, verschwindet. Ist er der Seelenbrecher, der bislang drei junge Frauen entführt und seelisch traumatisiert hat, sodass sie lediglich dahinvegetieren? In seinem neuesten Werk taucht Sebastian Fitzek abermals in die Abgründe menschlicher Psyche ab und beschreibt auf beklemmende und einfühlsame Art und Weise, wie bizarr die Verirrungen des menschlichen Geistes sein können. Die Geschichte beginnt mit dem Auffinden einer traumatisierten Frau bereits mit einem Paukenschlag. Anschließend geht es sehr ruhig weiter. Die Spannung baut sich langsam auf, schwelt leise im Hintergrund, um dann in dramatischen Spitzen zu gipfeln. Allein die Örtlichkeit der einsamen, von der Außenwelt abgeschnittenen, Klinik ist wie geschaffen für ein nervenaufreibendes Kammerspiel, das Fitzek mit diesem Roman schuf. Auch der Erzählstil ist neu, denn die Handlung wird in Form einer Patientenakte erzählt, welche ein, den Protagonisten unbekannter Verfasser, in prosaischer Form niedergeschrieben hat. Als Bezug zu Fitzeks erstem Roman, »Die Therapie«, findet sich diese Akte im Nachlass des Psychiaters Dr. Larenz, der Hauptfigur aus jenem Buch. Das Dokument dient im vorliegenden Roman als Grundlage zu einem psychologischen Experiment, dass ein Universitätsprofessor, mit zweien seiner Studenten macht, die das Skript an einem Stück, nur mit kurzen Unterbrechungen lesen sollen. Ein guter Tipp, den der Autor, auf diese Weise dem Leser mit auf den Weg gibt, denn die Handlung ist bisweilen, sehr undurchsichtig und verzwickt. Hat man sich erst einmal auf diesen Psychothriller eingelassen, wird man ihn aber so schnell nicht mehr aus der Hand legen können. Fitzek beschwört durch seine prägnanten Beschreibungen und Charakterdarstellungen eine Atmosphäre subtiler Spannung herauf, die in einem grandiosen Finale gipfelt. Zwar kann man während des Lesens schon die eine oder andere Ahnung haben und wenn man das Buch aufmerksam liest, den Täter vielleicht sogar namentlich benennen, aber selbst dann bleibt man im Zweifel, ob dies überhaupt möglich ist und man sich nicht vielleicht doch irrt. Die Zusammenhänge, die Fitzek hier geschaffen hat, sind enorm komplex und zeugen von einer gewissenhaften Recherche, die für den Autor Ehrensache zu sein scheint. Äußerlich ist »Der Seelenbrecher« eher unscheinbar, zeugt aber bereits durch die düstere Farbgebung von der beklemmenden Atmosphäre, die den Roman von der ersten bis zur letzten Seite im Griff hat. Fazit:
© Florian Hilleberg |