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Rezension - Der Crako und das Giftmädchen

Michael Kirchschlager
Der Crako und das Giftmädchen

Historischer Thriller, Taschenbuch
Festa Verlag, Taucha, Oktober 2007
206 Seiten / 10,00 €
ISBN: 9783865520531

Sie tötet nicht mit normalem Gift, das wäre zu einfach ...
Der Crako und sein unvergleichlicher Adjutant Kosemaul werden nach Damaskus gesandt, um den äußerst bizarren Tod des Barons von Helffersdorf aufzuklären - der Diplomat soll durch den Biss eines sogenannten Giftmädchens gestorben sein.
Im Herzen Syriens stoßen die beiden Preußen auf alte, grausame Legenden, werden in teuflische Verschwörungen verwickelt und geraten in den Bann reizender, aber auch gefährlicher Frauen. Was wie ein Reiseabenteuer beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einem höchst politischen Kriminalfall und wird für den Crako zur lebensgefährlichen Herausforderung.

Nachdem Friedrich Freiherr von Krosigk, Criminalkommissarius Seiner Majestät König Friedrich Wilhelms von Preußen, und sein Adjutant Hauptmann Karl Freiherr von Kosemaul dem Gierfraß von Königsberg das Handwerk legen konnten, erwartet den beiden ein neuer Fall, der gelöst werden muss. Diplomatisches Geschick ist gefragt, denn es geht in den Orient, um dem mysteriösen Mord an Baron von Helffersdorf nachzugehen. Sie stoßen dabei auf eine Legende aus alten Zeiten – das Giftmädchen.

Die Erzählung Frauenlobs (Heinrich von Meißen) Alexander und das Giftmädchen war im Mittelalter sehr bekannt. Sie ist arabischer Herkunft und kam über das Kompendium De Secretum secretorum nach Europa. Aus dem ersten Teil dieses Werkes stammt die Erzählung, wie Aristoteles durch sein Wissen das Leben Alexanders vor einem tückischen Anschlag gerettet haben solle:
»Alexander«, so schreibt Aristoteles, »denk an die Tat der Königin von Indien, wie sie dir unter dem Vorwande der Freundschaft viele Angebinde und schöne Gaben übersandte.
Darunter war auch jenes wunderschöne Mädchen, das von Kindheit auf mit Schlangengift getränkt und genährt worden war, sodass sich seine Natur in die Natur der Schlangen verwandelt hatte. Und hätte ich sie in jener Stunde nicht aufmerksam beobachtet und durch meine Kunst erkannt, da sie so furchtbar ungescheut und schamlos ihren Blick unablässig an das Antlitz der Menschen heftete, hätte ich nicht daraus geschlossen, dass sie mit einem einzigen Bisse die Menschen töten würde, was sich dir hernach durch eine angestellte Probe bestätigt hat, so hättest du in der Hitze der Beiwohnung den Tod davon gehabt.«

Band 2 der Reihe Der Crako schließt sich lückenlos an den ersten Band Der Crako und der Gierfraß an und lässt den Leser an einem neuen Fall teilhaben. Auch in Der Crako und das Giftmädchen spart Autor Michael Kirchschlager nicht mit grausamen Szenen, welche manchen zartbesaiteten Interessenten aufgrund seiner sehr plastischen Darstellung und Herangehensweise an die Lösung des Falls einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen lässt.
Obwohl der Autor sehr sparsam mit Reise- und Landschaftsbeschreibungen umgeht und seinen Augenmerk viel mehr auf die Intrigen, Ränke und Herrschaftsansprüche im Orient jener Zeit richtet, war ich beim Lesen mitten im Geschehen, ging in Gedanken mit den preußischen Beamten durch die Gassen von Damaskus, obwohl ich noch nie in diesem Gebiet war.

Fazit:
Der Crako und das Giftmädchen ist ein durchaus lesenswerter historischer Thriller, der mit gewohnt perfektem Schreibstil und symphatischen Charakteren nicht enttäuscht. Autor Michael Kirchschlager hat in seinem Roman eine Legende aus längst vergangenen Zeiten brillant umgesetzt.
Bleibt zu hoffen, dass Band 3, welcher die Aufklärung des Mordes an Criminalkommissarius Rüdiger Freiherr von Buckow im Jahre 1734 zum Inhalt haben wird, genau so spannnend wird wie seine Vorgänger.

Bewertung:



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