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Richard LaymonDas Inferno Quake, USA 1995 Aus dem Amerikanischen von Stefan Rohmig Titelgestaltung von Hauptmann & Kompanie, München-Zürich Thriller, Taschenbuch Los Angeles wird von einem heftigen Erdbeben verwüstet. Sheila Banner kann sich vor den Trümmern des einstürzenden Hauses nur mit einem beherzten Sprung in die Badewanne retten und wird dort eingeklemmt, erbarmungslos der Willkür ihres sadistischen Nachbarn Stanley ausgesetzt, der seinen perversen Gelüsten endlich freie Bahn lassen kann. Sheilas Ehemann Clint steckt mitten in der Stadt im Büro fest, als das Unglück hereinbricht. Gemeinsam mit der nervigen Mary und der gewitzten Em muss er sich einen Weg nach Hause erkämpfen. Doch Plünderer und dem Wahnsinn anheimgefallene Menschen machen vor Nichts und niemandem halt. Das muss auch Barbara Banner, die Tochter von Sheila und Clint, feststellen, die sich zur Zeit des Erdbebens mit drei Mitschülern beim Fahrunterricht befindet. Während der Fahrlehrer durchdreht und sein Heil in der Flucht sucht, müssen sich die vier jungen Menschen allein durch eine Stadt kämpfen, in der jegliche Gesetze und Regeln ihre Gültigkeit verloren haben. Der Weg nach Hause wird für Barbara und ihre Freunde zum Kampf um das nackte Überleben … Der neuesten Übersetzung eines Romans von Richard Laymon liegt eine Geschichte zugrunde, die der verstorbene Autor im Jahr 1995 in den USA veröffentlichte. Das Setting wird von einem äußerst starken Erdbeben vorgegeben. Ein Szenario, das durch den Klimawandel und Katastrophenmeldungen, nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. In seinen Grundzügen erinnert der Roman ein wenig an »Der Regen«, auch wenn die vorliegende Story sehr viel realitätsnäher und in seiner Brutalität nicht nur erschreckend, sondern auch durchaus denkbar ist. Im Mittelpunkt des Romans steht die Familie Banner, deren Mitglieder in drei verschiedenen Bezirken der Stadt um ihr Leben kämpfen müssen. Dabei wird der Part von Sheila Banner, der Mutter von Barbara, aus der Sicht des Psychopathen Stanley geschildert, der ein typischer, triebgesteuerter Laymon-Bösewicht ist. In der Ausarbeitung der Charaktere hat sich der Autor sehr viel Mühe gegeben und glänzt durch eine unverfälschte Authentizität. Laymons Protagonisten sind keine Übermenschen, sondern normale Leute, die sich höchstens in puncto Aussehen ein wenig von dem normalen Durchschnittsbürger abheben, zumindest was die Frauen angeht, denn natürlich geizt der Autor auch in diesem Horrorschinken nicht mit freizügigen Beschreibungen. Bei welchem anderen Schriftsteller würde Sheila Banner splitterfasernackt in der Badewanne eingeklemmt werden, hilflos ihrem perversen Nachbarn ausgeliefert? Wie alle Bücher von Richard Laymon, die im Heyne Verlag erschienen sind, so glänzt auch dieser Roman mit einem kunstvollen, minimalistischen Cover, das den Titel nicht nur hervorragend zur Geltung bringt, sondern dem Käufer regelrecht ins Auge springen lässt. Fazit: Copyright © 2010 by Florian Hilleberg |