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Rezension - Amokspiel

Amokspiel
von Sebastian Fitzek


Thriller
Knaur Taschenbuch Verlag
416 Seiten/7,95 €
ISBN 978-3426637180

Der neue Kriminalroman von Sebastian Fitzek, „Amokspiel“, ist seit April 2007 erhältlich. Nach dem Überraschungserfolg mit seinem Debüt „Die Therapie“ handelt sein neues Buch von einer Geiselnahme in einem Berliner Radiosender.

Ein albtraumhaftes Horror-Szenario in dem Radiosender 101.5 in der deutschen Hauptstadt: Ein Unbekannter nimmt mehrere Besucher und Mitarbeiter als Geiseln und droht, diese zu erschießen. Dabei spielt er ein teuflisches Spiel: Jede Stunde plant er, wahllos einen Menschen anzurufen – sollte sich dieser nicht mit einer bestimmten Cash-Call-Parole melden, erschießt er eine Geisel. Seine Forderung ist praktisch unmöglich zu erfüllen, denn er verlangt, dass seine Verlobte zu ihm ins Studio kommt. Nur ist die seit einigen Monaten tot…

Zwar war die Lösung seines Erstlingswerkes „Die Therapie“ kaum noch zu steigern, dennoch – oder gerade deswegen – birgt ein solcher Roman natürlich auch immer die Gefahr, dass alles, was danach kommt, irgendwo minderwertig in Bezug auf die Qualität des vorherigen Romans ist (wer „Die Therapie“ gelesen hat, wird mir in Bezug auf die Lösung und den damit verbundenen Überraschungseffekt Recht geben). Nach der Lektüre von „Amokspiel“ kann man aber mit Fug und Recht behaupten: Sebastian Fitzek hat das Niveau nicht nur gehalten – im Gegenteil, er hat es in gewisser Weise sogar gesteigert.

Denn der Autor hat nicht den Fehler begangen, seinen zweiten Roman nach ähnlichem Muster wie „Die Therapie“ aufzubauen (wenn man in Bezug auf diesen Roman überhaupt von einem „Muster“ sprechen kann), sondern mit „Amokspiel“ einen vielschichtigen Roman abgeliefert, der zwar ebenso dramatisch ist, sich aber dennoch grundsätzlich von dem 1. Buch unterscheidet.

Da ist zum Beispiel die Tatsache, dass die Thematik von „Amokspiel“ eher in Richtung „dramatischer Polit-Thriller“ geht – und die Hintergründe der Geiselnahme viel früher ihren Ursprung nahmen. Fitzek verbindet hier viele Kriminalroman-Elemente miteinander, auf die an dieser Stelle allerdings nicht genau eingegangen werden kann, um die Spannung nicht zu rauben. Sagen wir es mal so: Der Roman ist nicht nur voll überraschender Wendungen – egal, ob im Stil von Polit- und Psycho-Thrillern oder einem Whodunit-Effekt –, sondern auch gepaart mit allerlei mysteriösen Elementen; wenn etwa die Rede von Drogen schmuggelnden BND-Agenten ist oder Tote noch kurz vor ihrem Ableben ihren Partner anrufen. Insofern gleichen sich „Therapie“ und „Amokspiel“: Beide stehen unter dem Motto „nichts ist, wie es scheint“.

Davon abgesehen ist „Amokspiel“ ein Pageturner, wie er im Buche steht. Atemlos hetzt der Leser durch die über 100 (!) Kapitel, die auf mehrere Teile plus Prolog und Epilog verteilt wurden. Interessant ist übrigens auch, dass Fitzek in dem Buch praktisch seinen Arbeitsplatz als Schauplatz einer Geiselnahme gewählt hat – der Berliner arbeitet nämlich seit Anfang 2005 in der Programmdirektion des Berliner Radiosenders 104.6 RTL (und bemerkenswerter Weise nimmt er in Bezug aufs Radio kein Blatt vor den Mund …).

Fazit: Auch nach dem Lesen seines neuen Buchs wird „Die Therapie“ bei mir weiterhin einen ganz besonderen Platz einnehmen – „Amokspiel“ gehört aber dennoch auf meine persönliche Liste der besten Kriminalromane, die mir jemals in die Hände gekommen sind. Da tut es doch gut zu wissen, dass voraussichtlich im Januar 2008 Fitzeks neues Buch erscheinen wird, „Das Kind“ – und zwar als gebundene Ausgabe zum Preis von 16,90 EUR (mehr dazu siehe in den News unter „News/ Archiv“).

Sehr empfehlenswert!

Bewertung:


© Martin Palm

 

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