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Jung, blond, tot Knaur Taschenbuch Fitzek, Fielding, Friedrichs, Franz – die Autoren, deren Nachnamen mit dem Buchstaben „F“ beginnen, scheinen es mir angetan zu haben. (Achtung, Spoiler!) Allerdings bin ich mit einem Teil des Drumherums unzufrieden. Zu Beginn des Romans wird dem Leser auf sehr authentische und plastische Weise das Leben der Kommissare Schulz und Berger gezeigt – und dann scheiden die Beiden auf einmal so mir nichts dir nicht aus dem Team aus? Bei Berger war das ja noch halbwegs vertretbar, da eine Rückkehr theoretisch möglich wäre, dafür allerdings, dass Schulz am Ende Suizid beging, habe ich nun kein Verständnis. Da wird einem erst – allerdings auf sehr sympathische Weise und nicht allzu Zeilen schindend – lang und breit erklärt, wie es in deren Leben zugeht – und dann scheiden sie auf einmal schon im ersten Band aus dem Team aus? Schade! Irgendwie, egal ob Patterson mit Lindsay Boxer oder Andreas Franz mit Julia – ein wenig überschattet sind sie alle. (Spoiler Ende) Auch die Ermittlerin – ausnahmsweise mal kein Mann, sondern eine Frau – ist eine sehr sympathische Person, die so überhaupt nicht ins typische Klischee passt. Sie raucht wie ein Schlot und säuft zwar nicht wie ein Loch, genehmigt sich aber trotzdem ganz undamenhaft gerne das ein oder andere Bierchen, hat eine Wohnung, in der es anscheinend wie in einem Saustall aussieht und einen nicht ganz perfekten Bauch. Eine sehr schöne Art und Weise, den Ermittler nicht so typisch klischeehaft darzustellen – zumal ein Ermittler, bei dem im Leben alles (oder fast alles) glatt läuft, auf Dauer doch irgendwie unglaubwürdig wird. Bis auf o. g. kleinen Makel gefiel mir der Roman sehr gut. Ausgezeichnete Ermittlungsarbeit, schonungslos schildert Franz das alltägliche Leben mehrerer Polizisten und ein, von psychologischer Seite gesehen, höchst interessantes Täter-Motiv machen dieses Buch zu einem sehr guten Kriminalroman. Mit seinen Debütroman hat Franz einen exzellenten Thriller geschrieben (wobei seit Erscheinen von „Jung, blond, tot“ inzwischen schon einige Jahre vergangen sind). Sehr zu empfehlen! Homepage des Autors mit umfangreichem Info-Material über den Autor und seine Romane: http://www.andreas-franz.org/ © Martin Palm |