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Brett McBeanHorror TB, Band 35 Die Bestien Torment, USA 2011 Aus dem Englischen von Doris Hummel Titelillustration/Titelfoto/Titelgestaltung von iStockphoto.com Psychothriller, Taschenbuch Der Ex-Häftling Jim Clayton fährt mit seiner Harley Davidson durch die USA, auf der Flucht vor den Geistern seiner Vergangenheit. In einer Kleinstadt in den Blue Ridge Mountains macht er Rast und gerät schon bald in Schwierigkeiten. Als er sieht, wie ein junges Mädchen von einem Mann misshandelt wird, schreitet er ein und schlägt den Kerl zusammen. Der entpuppt sich als Chief der Polizei, der Jim nach der Auseinandersetzung in die Schulter schießt. Anschließend wird der Ex-Häftling festgenommen. Doch die Justiz in Billings ist alles andere als gerecht. Während die Bewohner ein friedvolles Leben führen, geht eine Handvoll Männer, unter ihnen die gesamte Polizei von Billings, einer perversen Freizeitbeschäftigung nach. In einer abgelegenen Hütte in den Wäldern vergewaltigen und töten sie junge Frauen; Männer hingegen, die die Ordnung in Billings gefährden, werden in den Wäldern ausgesetzt und bis zum Tod gejagt. Auch Jim erhält zehn Minuten Vorsprung. Auf der Flucht trifft er die dreizehnjährige Darlene, jenes Mädchen, das der Polizeichef misshandelt hat. Bereitwillig hilft sie ihm, nur um selbst zum Opfer der Jäger zu werden. Doch der Chief hat einen schweren Fehler begangen und nicht alles, was derzeit in Billings Wäldern stirbt, bleibt auch tot ... Brett McBean, Autor des Thrillers Die Mutter, gilt als neuer Stern am Horror-Himmel. Insbesondere die sogenannten Backwood-Thriller erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Egal, ob als Film oder als Roman - der Kampf zwischen Zivilisation und Natur in Form von Menschen mit moralischen und ethischen Grundsätzen gegen Männer, die nur ihren niedersten Instinkten folgen, faszinieren das Publikum. Vergewaltigung, Folter und Menschenjagd haben mittlerweile die klassischen Horror-Themen abgelöst. Selbst die gesichtslosen Killer wie Michael Myers und Jason Vorhees vermögen nicht mehr einen derartigen Schrecken zu verbreiten wie die Gräueltaten, die sich dem Anschein nach ganz gewöhnliche Menschen gegenseitig zufügen können. Der Polizeichef des vorliegenden Romans, Anführer der titelgebenden Bestien, ist der Prototyp des neuen Bösewichts. Ein menschenverachtender Schlächter hinter der Maske eines netten und einflussreichen Biedermannes. Jim Clayton hingegen, ein von der Gesellschaft Ausgestoßener und der obligatorische Fremde, wird durch ein unerbittliches Schicksal zum Held, obwohl er sich diese Rolle gewiss nicht selbst ausgesucht hat und durch die Blutgier seiner Jäger erst dazu gemacht wird. McBeans Geschichte besticht durch einen präzisen, bildlichen und minimalistischen Schreibstil. Seine Figuren sind sehr lebendig und wirken durch ihre Gefühle und Taten äußerst realistisch. Allerdings erwartet man aufgrund des Titels und der Aufmachung einen geradlinigen und brutalen Thriller in der Tradition von David Osborns Jagdzeit. McBean indes war das zu wenig. Er vermischt den Plot mit einer mystischen, übernatürlichen Komponente, die recht bizarr anmutet. Dadurch gewinnt die Story an Innovation, büßt aber auch ihre Glaubwürdigkeit ein. Gerade die wirklichkeitsnahe Gewalt durch den Chief und seine Männer ist es, die eine solche Geschichte so intensiv und beklemmend gestalten. Geistererscheinungen und Voodoo-Zauber ziehen das Geschehen auf eine spielerisch-unterhaltsame Ebene, die dem eigentlichen Schrecken viel von seiner Authentizität nimmt. Eine symbolische Verbeugung vor dem Lebenswerk des Schriftstellers Richard Laymon hat Brett McBean ebenfalls subtil in die Handlung eingeflochten, denn der Protagonist Jim hat bei seiner Ankunft in Billings eine alte Taschenbuchausgabe von Laymons Debütroman Der Keller im Gepäck. Das Cover ist so einfach wie wirkungsvoll. Die Silhouette eines Männerarms mit einem Beil in der Hand vor der blutrot eingefärbten Kulisse eines flachen Waldbachs gibt einen unverkennbaren Eindruck von Gewalt wieder. Der Umschlag vermittelt durch seine Lederoptik einen edlen Eindruck und das Taschenbuch liegt insgesamt gut in der Hand. Leider ist der Druck an manchen Stellen etwas blass. Fazit: Copyright © 2011 by Florian Hilleberg |