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Dan WellsIch will dich nicht töten Originaltitel: Full of Holes Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski Thriller, Paperback John Cleaver ist wieder allein. Die kurze Fast-Beziehung die er im zweiten Teil der Trilogie mit seiner Klassenkameradin Brooke begonnen hat, endete, als er sie vor einem Dämonen rettete und dabei ihr Leben gefährdete. Nicht dass sie ihm nicht dankbar gewesen wäre, aber sie wollte einfach nicht mehr an das erlebte erinnert werden. Also bleib John nichts anderes, als das was er vorher schon hatte: seine Mutter, die sich für seinen Geschmack viel zu sehr für sein Leben interessiert, seine Schwester, die sich so gar nicht mehr für sein Leben interessiert, und schließlich die Leichenhalle. So war es zumindest, bis Marci Jensen anruft. Marci ist das wohl beliebteste Mädchen der Schule und sehr zu Johns Verwunderung möchte sie tatsächlich Zeit mit ihm verbringen. Doch da ist noch Johns kleines Geheimnis aus dem zweiten Teil: Er hatte eine Dämonin aus dem Telefonbuch des Handys seines letzten Opfers angerufen und gereizt. Nun war es nur noch eine Frage der Zeit, bis das übernatürliche Wesen Johns kleine Heimatstadt heimsuchen würde. Und tatsächlich beginnt etwa zum selben Zeitpunkt, zu dem sich seine Freundschaft zu Marci entwickelt, eine Mordserie im Clayton County. Parallel dazu begehen ungewöhnlich viele junge Mädchen Selbstmord. John, der verwundert ist über die eher ungewöhnlichen Gefühle, die er für Marci entwickelt, versucht alles daran zu setzen, die Dämonin zu stellen und dem Morden ein Ende zu bereiten. Im dritten Teil seiner Reihe ist Dan Wells wieder zu dieser eher ruhigen Erzählweise zurückgekehrt, die ihn bereits im ersten Teil ausgezeichnet hat. Dabei wird das Lesen nie langweilig, auch wenn der Stil bei Weitem nicht so mitreißend ist, wie im zweiten Teil. Dafür lässt Wells in diesem Buch den Leser sehr lange darüber im Unklaren, wer nun wirklich der oder die Gesuchte ist. Zwar kommt man nach einer Weile durchaus dahinter, wie und wo die Fäden der Geschichte zusammenlaufen, dennoch hat Wells immer irgendwo noch eine überraschende Wendung zu bieten, die man nicht erwartet hat. Wiederum ist es sein unverwechselbarer Erzählstil, der den Leser vom ersten Wort an mitnimmt und erst wieder loslässt, wenn auch die letzte Seite des Buches gelesen ist. Das Buch hat 448 Seiten und ist, ähnlich wie die ersten beiden Bände der Reihe, in einer Art Retrolook aufgemacht. Auch hier ist das Cover schlicht gehalten und sagt nichts über die Story an sich aus. Der Effekt mit der verlaufenden Schrift kann in diesem Fall nicht so sehr für Atmosphäre sorgen, wie auf dem Cover der ersten beiden Bände, weil die Schrift in weiß gehalten ist. Dafür deutet die rote Covergestaltung und das Wirrwarr an Roteffekten durchaus gelungen die Zerrissenheit in John Cleaver wieder. Alles in allem ein stimmungsvolles und gutes Cover. Fazit:
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Dan WellsIch will dich nicht töten Originaltitel: Full of Holes Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski Thriller, Paperback John Cleaver und seine Freundin Brooke sind aus dem Folterhaus des Dämons entkommen, der sich hinter der Identität des FBI-Agenten Foreman verborgen hatte. Doch obwohl der Rest der Stadt John als Helden feiert, will Brooke nichts mehr von ihm wissen, seitdem sie gesehen hat, was hinter seiner Fassade lauert. John hingegen hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht die Dämonen zu jagen, um so seine dunkle Seite zu befriedigen, ohne dass Menschen zu Schaden kommen. Über die in dem Handy von Foreman gespeicherten Nummern hofft er weitere Dämonen ausfindig machen zu können. An erster Stelle steht hierbei eine namenlose Dämonin, die sich Johns Heimatstadt als neues Jagdrevier ausgewählt hat. Zuerst wird ein Pfarrer das Opfer eines Serienkillers, dem die Presse bald den Namen Handlanger gibt, weil er nicht nur die Hände der Toten abtrennt, sondern sie auch mit Besenstielen pfählt. Kurz darauf fällt der Bürgermeister dem Handlanger zum Opfer. Für John Cleaver steht fest, dass nur die Dämonin hinter den grauenhaften Morden stecken kann. Während John verbissen versucht, ein Profil der Serienkillerin zu erstellen, wirft Marci, das hübscheste Mädchen der Schule, ein Auge auf ihn. Gemeinsam versuchen sie der Dämonin eine Falle zu stellen. Doch warum begehen immer mehr Mädchen in Johns Alter Selbstmord? Ist der Fall doch komplexer als zunächst angenommen? Dessen ungeachtet muss John Cleaver außerdem gegen sein mörderisches Naturell ankämpfen, denn außer seiner Mutter ahnt niemand, dass er selbst die besten Voraussetzungen erfüllt, um zum schlimmsten aller Killer zu werden ... Dan Wells' Abschlussband der John Cleaver-Trilogie schließt nahtlos an die Ereignisse aus dem zweiten Band Mr. Monster an. John ist mittlerweile 16 Jahre alt und hat seine eigenen mörderischen Triebe gut unter Kontrolle. So gut, dass er es tatsächlich wagt, mit Marci auszugehen, obwohl er sie immer in seinen Träumen am liebsten einbalsamieren würde. Johns Zwiespalt zwischen seiner Soziopathie und dem Wunsch Gutes zu tun, indem er seine Mitmenschen vor den Dämonen beschützt, wird glaubhaft dargestellt. Mit viel rabenschwarzem Humor gelingt es Dan Wells in kurzen Kapiteln minimalistisch einen unterhaltsamen und durchaus anspruchsvollen Horror-Thriller zu kreieren, der trotz seines jungen Helden eher auf ein erwachsenes Publikum ausgerichtet ist. Der Titel mag etwas irreführend sein, denn außer, dass John Marci gerne einbalsamieren würde, steht die Jagd nach der Dämonin im Vordergrund. Dabei gelingt es dem Autor, immer wieder den Leser zu überraschen und bisweilen auch regelrecht zu schockieren. Und wie so oft im letzten Teil einer Trilogie gibt es unerwartete Wendungen, die im vorliegenden Band zu einem düsteren Finale führen, bei dem man sich direkt noch eine Fortsetzung herbeisehnt. Doch in diesem Fall sollte man aufhören, wenn es am schönsten ist, denn nichtsdestotrotz droht sich die Figur des John Cleaver abzunutzen. Immer wieder führt er dieselben Gründe an, weshalb er nicht töten will, immer wieder steht er vor denselben Problemen, die ihn zwingen seine selbst auferlegten Regeln zu befolgen oder aber zu brechen, wenn es um den Kampf gegen die Dämonen geht. Staunen muss man allerdings über die Raffinesse des jugendlichen Dämonenjägers, der es geschickt versteht seine mörderischen Instinkte auf die Kreaturen der Finsternis zu lenken und dabei seine Mitmenschen auf beinahe perfide Art und Weise zu manipulieren, wie es nur ein echter Soziopath kann. So stellt sich automatisch die Frage, wie viel von einem Killer in einem selbst stecken muss, um einen Serienmörder zur Strecke bringen zu können. Sehr interessant und beinahe philosophisch sind die Wortgefechte, die sich John Cleaver mit Pfarrer Erikson liefert und in denen es über das Wesen des Bösen geht. Die Schilderung aus der Ich-Perspektive gestaltet den Roman noch reizvoller und verhilft dem Leser zu einem Einblick in die zerrüttete Seele eines verwirrten Teenagers, für den die Wahl zwischen Gut und Böse immer wieder zu einer Zerreißprobe wird. Wie bereits die ersten beiden Bände, so präsentiert sich auch der vorliegende Roman mit dem sogenannten Rough Cut. Das Titelmotiv ist dabei ebenso so schlicht wie wirkungsvoll. Fazit: Copyright © 2011 by Florian Hilleberg |