Goweli – Der letzte Engel
von Gian Carlo Ronelli
Mystery-Thriller, Paperback
Sieben-Verlag
200 Seiten/ 16,50 Euro
ISBN: 978-3-940235-00-8
Eine brutale Mordserie zieht sich durch Amerika. Bei den Opfern handelt es sich um sechsjährige Mädchen, die in betender Stellung aufgefunden wurden. Beim letzten Opfer findet das FBI endlich einen Hinweis: Blut- und Hautspuren des Mörders auf einem Kruzifix. Ein DNS-Vergleich liefert ein seltsames Ergebnis: Bei dem Mörder handelt es sich um den Mann, der im Turiner Grabtuch eingewickelt war. Jenem Tuch, das nach neusten Forschungserkenntnissen als das Grabtuch von Jesus Christus gilt. Ist der Sohn Gottes der gesuchte Serienmörder? Alles scheint darauf hinzuweisen, umso mehr, als das Tuch sich plötzlich zu verändern beginnt. Atemlose Spannung garantiert.
„Goweli – Der letzte Engel“ ist der Debütroman des österreichischen Autors Gian Carlo Ronelli und ist im jungen Sieben-Verlag erschienen.
Den Auftakt des Thrillers gibt eine brutale Mordserie an sechsjährigen Mädchen, die in betender Stellung aufgefunden werden. Am letzten Tatort gelingt es der Polizei, eine DNS-Probe zu sichern. Das Ergebnis der Analyse ist schockierend: Ist Jesus Christus der grausame Mörder?
Die Angabe von 200 Seiten täuscht. Wegen des größeren Buchformates ist die Geschichte länger, als man es normalerweise von den Taschenbüchern mit dieser Seitenzahl gewohnt ist. Das Cover ist sehr mystisch gestaltet und ist ein absoluter Hingucker, handgezeichnet von der deutschen Künstlerin Rebecca Abe. Auch allgemein ist die Aufmachung des Buches sehr angenehm.
Die Geschichte ist spannend und die Ereignisse schreiten sehr schnell voran. Im Zentrum stehen drei Protagonisten: Der etwas mürrische und zynische FBI-Agent Mark, der sympathische Professor der Sindonologie – der Grabtuchforschung – Ron und die Genetikerin Mercy, die in jeder Diskussion das letzte Wort haben muss.
Dieser Roman ist kein reiner Mystery-Thriller. Deshalb sollte der Leser nicht überrascht sein, wenn er darin auf Science-Fiction-Elemente trifft. So wird unter anderem auch die Thematik des Zeit-Paradoxons behandelt.
Sehr gefallen hat mir der Humor, der in diesem Buch stets mitschwingt und den Leser oft zum Schmunzeln bringt. Es lockert die Atmosphäre auf und macht den Roman farbenreicher. Die Handlung ist spannend, allerdings geht sie an einigen Stellen zu schnell voran. Hin und wieder hätte ich mir mehr Atmosphäre und tieferes Innenleben der Figuren gewünscht.
Die Kernidee ist sehr originell und in so einer Auslegung habe ich bisher nichts gelesen. Einige Informationen, die der Autor aus seiner Recherche untergebracht hatte, waren mir neu und brachten mich dazu, selbst ein bisschen nach dem einen oder anderen Stichwort zu googeln. An ein paar Stellen gibt es aber kleine Klischees, die man aus anderen Romanen und Filmen kennt. Wie zum Beispiel der verstorbene kleine Bruder von Mercy. Sein Tod hat sie dazu gebracht, sich der Genetikforschung zu zuwenden und allem Göttlichen den Rücken zu kehren.
Geplant ist auch ein zweiter Roman mit Ron, Mark und Mercy. "Der letzte Engel" ist allerdings in sich abgeschlossen.
Fazit: Wer sich von den genannten Schwächen nicht stören lässt, wird in diesem Roman einen aktionsreichen und turbulenten Thriller vorfinden.
Vom Autor werden wir bestimmt noch einiges hören und ich bin auf seine weiteren Bücher sehr gespannt.
© elfirina |
Goweli – Der letzte Engel
von Gian Carlo Ronelli
Mystery-Thriller, Paperback
Sieben-Verlag
200 Seiten/ 16,50 Euro
ISBN: 978-3-940235-00-8
Jesus Christus ein Serienmörder unserer Zeit? Was unfassbar klingt, scheint doch in den Bereich des Möglichen zu rücken. Zumindest wenn zwei Dinge zutreffen, die von Wissenschaftlern und Geistlichen sehr kontrovers diskutiert werden. Wird Jesus Christus, Sohn Gottes, eines Tages wieder auferstehen und ist das Turiner Grabtuch echt oder eine Fälschung?
Denn nicht nur, dass eine Mordserie die USA erschüttert und es der Täter auf sechsjährige Mädchen abgesehen hat. Nein, Spuren des Mörders sind laut DNS-Abgleich identisch mit jenen, die auf besagtem Grabtuch gefunden wurden.
Die Ermittler, neben der Polizei auch zwei Wissenschaftler, versuchen den Fall zu lösen. Dies ist leichter gesagt als getan, denn mächtige Interessengruppen legen ihnen Steine in den Weg. Doch letztlich kommen sie der Wahrheit auf die Spur, und diese ist erschreckender als sie es sich hätten vorstellen können...
Gian Carlo Ronelli legt mit „Goweli“ seinen Debüt-Roman vor. Und dieser ist im Ganzen gelungen, denn die durchaus originelle Story weiß der Autor in eine spannenden, teils gar mitreißende Handlung zu verpacken, die ganz im Sinne eines Mystery-Thrillers fern von ausgetretenen Pfaden nach neuen Wegen sucht. Er kombiniert religiöse Motive mit SciFi-Elementen, um den Leser mit geschickten Wendungen und einem verblüffenden Schluss zu überraschen.
Doch wie das so ist, kein Licht ohne Schatten, und dieser muss ebenfalls erwähnt werden. So fällt auf, dass der Autor gerne Metaphern benutzt. Viele dieser Wendungen sind richtig platziert, leider aber nicht alle. Manche sind in sich falsch und wirken somit störend. Hier wäre weniger eben mehr gewesen, zumal sich die Benutzung von Metaphern auch abnutzt.
Ein zweiter Minuspunkt ist die besonders ausgeprägte Frömmigkeit, die der Autor zum Schluss des Buches hin offenbart. Fast schon ist man geneigt, hier von einem Deus ex machina zu sprechen, auch wenn die Handlung auf diesen Punkt hinausläuft. Hier gilt, was bereits zu den Metaphern gesagt wurde – weniger ist hin und wieder mehr.
Gut gelungen sind wiederum die Charakter des Buches. Sowohl in ihrer Beschreibung als auch in ihrem Agieren wirken sie glaubwürdig und sympathisch. Als Leser zittert man gerne mit ihnen. Zumal sie nicht die strahlenden Helden sind, sondern ohnehin ihre Päckchen zu tragen haben.
Die Aufmachung des Buches ist selbst für einen Kleinverlag etwas ungewöhnlich, denn das Buch kommt in einem noch breiteren Format als A5 daher. Dadurch liegt es nicht sonderlich gut in der Hand. Gelungen ist hingegen die Bindung, denn sie hält der Beanspruchung durch das große Format stand. Jedoch verzieht sich der Rücken etwas. Nach dem Lesen steht das Buch darum nicht ganz gerade im Regal.
Der Preis von 16,50 Euro ist für ein 200-Seiten-Buch natürlich recht hoch, doch ist dies dem Kleinverlag geschuldet. Bücher, die in kleiner Auflage hergestellt und dennoch über die großen Händler vertrieben werden, sind in der Regel teurer als jene Bücher der Großverlage. Die Handlung und die Spannung sind den erhöhten Preis auf jeden Fall wert, denn das Buch weiß bis zum Schluss zu unterhalten. Wer es günstiger mag und zudem eBooks akzeptiert, kann den Roman für nur sechs Euro als eBook erwerben. Das gelungene Coverbild macht sich jedoch sehr gut im Regal, so dass dies ein Anreiz für die Printausgabe ist.
Fazit:
Ein gelungenes Debüt in ungewohntem Format. Der hohe Preis sollte nicht abschrecken, denn der Roman ist es wert.
© Gunter Arentzen
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