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Rezension - Goldstrike

Matt Whyman
Goldstrike
21 centurythrill, Band 5
Goldstrike, Großbritannien 2009
Aus dem Amerikanischen von Michael Kohlhammer
Titelgestaltung von Mathis Weymann

Jugendthriller, Paperback
Kosmos Verlag, Stuttgart, Januar 2010
288 Seiten / 12,95 €
ISBN: 9783440122013

Carl Hobbes und Beth sind immer noch auf der Flucht vor den Behörden. Während Beth von aller Welt für tot erklärt wurde, wird Carl Hobbes, der Hacker mit den enormen Fähigkeiten, immer noch gejagt. Von der CIA, die sein Talent nutzbringend einsetzen will und von den Terroristen der Al-Quaida, die Carl hinrichten wollen, da sie ihn für den Tod einiger ihrer besten Leute verantwortlich machen. Carl beschließt, in seine Heimatstadt London zurückzukehren. Dort besitzt ein privates Frachtunternehmen, Sphinx Cargo, einen hocheffizienten Supercomputer, mit dessen Hilfe Carl sich selbst und Beth vor dem Zugriff ihrer Feinde schützen will. Doch ein skrupelloser Kopfgeldjäger und eine abgebrühte Killerin der Al-Quaida haben die Spur der beiden Staatsfeinde bereits aufgenommen ...

»Goldstrike« ist die direkte Fortsetzung des Jugendthrillers »Inside the Cage«, der als erster Band der Reihe 21CENTURYTHRILL veröffentlicht wurde. Der Autor, Matt Whyman, verlagerte die Handlung von den eisigen Gefilden des Polarkreises und den kalten Mauern eines Hochsicherheitsgefängnisses in das Labyrinth einer Lagerfirma für äußerst wertvolles Frachtgut, am Flughafen von London. Erzählt wird die Geschichte größtenteils von Carl Hobbes aus der Ich-Perspektive, was die Handlung stellenweise etwas zäh gestaltet, wenn der Held von Servern, Zugangsberechtigungen, Dateipfaden etc. berichtet. Für den Laien eine schwer nachzuvollziehende Begeisterung, die nichtsdestotrotz eine gewisse Faszination birgt. Die Kapitel aus der Sicht des Kopfgeldjägers oder der Auftragskillerin wurden in der dritten Person verfasst und gehören zu den spannenderen Passagen. Hier wird der Roman zum Spionagethriller par excellence. Packend geschrieben und glänzend recherchiert. Das Buch besitzt ohnehin einen schön übersichtlichen und augenfreundlichen Satzspiegel. Die kurzen Kapitel machen den Roman selbst für Lesemuffel zu einem kurzweiligen Pageturner, zumal Matt Whyman ein höchst minimalistischer und prägnanter Schreibstil zu eigen ist. Die Verfolgungsjagd im Lagerraum von Sphinx Cargo gestaltet sich sehr actionreich und beklemmend, zieht sich aber auch erheblich in die Länge. Die Handlung wirkt im Gegensatz zum Vorgänger sehr viel abgehobener und ist keineswegs so spannungsintensiv. Die Beziehung der Charaktere bleibt sehr oberflächlich und wird nur ansatzweise zur Sprache gebracht, wenn es die Handlung unbedingt erforderlich macht. Der Leser bleibt völlig im unklaren, wie tief die Partnerschaft zwischen Beth und Carl innerhalb des einen Jahres, dass das Paar nun schon auf der Flucht ist, gediehen ist. Auffallend sind auch einige Druckfehler (Bsp. »dadrin«), die den Lesespaß etwas trüben. Im direkten Vergleich mit den anderen Bänden der Reihe bleibt »Goldstrike« klar zurück. Es fehlt der nötige Schuss Realismus, der die anderen Bücher so bemerkenswert gemacht hat.

Die Covergestaltung von Mathis Weyman ist sehr kunstvoll ausgefallen, wirkt aber auch ein wenig eintönig. Der Band liegt, trotz seiner Größe, gut in der Hand.

Fazit:
Die direkte Fortsetzung zu »Inside the Cage« legt ein enormes Tempo vor. Wer sich für Computer allerdings wenig interessiert, wird sich stellenweise langweilen. Trotzdem ist »Goldstrike« ein unterhaltsamer und packender Roman.

© Florian Hilleberg

 

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