Christine Fehér
Dornenliebe
Thriller, Paperback
cbt Jugendbuchverlag in der Verlagsgruppe Random House, München, 2010
288 Seiten/ 9,99 €
ISBN: 9783570160381
Als Luna nach Berlin kommt, um zu studieren, kennt sie dort keine Menschenseele. Lediglich mit Sarah hatte sie über das Internet schon Kontakt und trifft sie nun zum ersten Mal persönlich. Sarah möchte Luna gleich in das Studentenleben integrieren und nimmt sie mit auf eine Party.
Dort lernt Luna den Schwarm aller Mädchen kennen: den gutaussehenden aber auch unnahbaren Falk.
Für Falk und Luna ist es Liebe auf den ersten Blick. Luna fühlte sich seit langer Zeit nicht so glücklich und geborgen wie bei Falk. Sie genießt die Zeit mit ihm, passt sich seinen Wünschen an, vernachlässigt sogar ihre anderen neuen Freunde an der Uni.
Doch mit der Zeit verblasst die Liebe unter Falks Eifersucht. Er mahnt Luna immer und immer wieder, dass sie ihm gehöre und er sie immer sehen würde, egal wo und wann sie etwas tut. Luna redet sich ein, dass Falk nur das Beste für sie und ihre Beziehung möchte, und sucht anfangs die Fehler nur bei sich.
Als sie ihren Kommilitonen Jaron besser kennenlernt, beginnt Luna zu begreifen, dass in ihrer Beziehung zu Falk eine Menge schiefläuft. Doch noch ist sie zu blind, um es sich auch einzugestehen. Bis es beinahe zu spät ist, denn Falk sieht wirklich alles …
Mich in Lunas Lage zu versetzen, fiel mir anfangs schwer. Sie hat einen tragischen Schicksalsschlag hinnehmen müssen, an dem nicht nur sie, sondern auch ihre Eltern beinahe zerbrochen wären. Deshalb will sie einen Neubeginn für sich. In Falk scheint sie zunächst einen Anker zu sehen, an den sie sich klammern kann. Aber warum wird sie ihm so schnell hörig?
Liebe macht blind. Dieses alte Sprichwort wird in diesem Roman auf beängstigende Weise Realität.
Und das ist der Punkt, warum ich Lunas Handeln manchmal nicht nachvollziehen konnte. Warum hat sie das mit sich machen lassen? Kann eine intelligente junge Frau wirklich so derart in ihr Unglück rennen?
Sie kann. Das machte mir Christine Fehér im Lauf der Geschichte deutlich.
Als Falks Vergangenheit nach und nach offenbar wird, wurde das Verhalten sowohl von Luna aber auch von Falk selbst erklärbar. Beide haben ein leidgeprüftes Schicksal, beide verarbeiten es auf ihre Art und Weise. Sie stellt sich dem Leben, er hadert noch immer. Er nutzt die Situation, sie wird benutzt. Gegensätze, die sich, wenn auch zufällig, einfach anziehen müssen.
Zwischenzeitlich erschienen mir einige Szenen und Verhaltensweisen etwas übertrieben und leider blieben die Figuren bei aller Intensität der Handlung oberflächlich. Von Falk und Luna hätte ich mir da mehr erwartet. Ich konnte mir diese beiden bis zum Schluss nicht wirklich vorstellen. Lediglich Jaron ließ bei mir ein Bild vor dem geistigen Auge entstehen, obwohl man von ihm am wenigsten erfährt.
Alles in allem ist »Dornenliebe« ein gelungener Psychothriller, der spannend zu unterhalten weiß. Die Autorin bedient sich eines Themas, das jungen Lesern eine Warnung sein sollte, aber auch für Erwachsene ist es genauso interessant, denn die Liebe kennt keine Altersbegrenzung.
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