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Rezension - Die geheime Waffe

Nicola Marni
Die geheime Waffe

Thriller, Paperback
Page & Turner Verlag, September 2010
576 Seiten/ 16,99 €
ISBN: 9783442203420

Drei Morde geschehen, die zunächst auf Racheakte schließen lassen, doch die Motive für die Morde scheinen in diesen Fällen eher nebensächlich. Denn die Morde werden mit einer Waffe verübt, von der es nur einen Prototypen gibt, der streng unter Verschluss gehalten wird. Ein Fall für Torsten Renk, doch der hat immer noch mit seinen persönlichen Problemen zu kämpfen und wird zunächst in Urlaub geschickt. Allerdings verbringt er diesen mit der Computerexpertin Petra Waitl und bleibt stets auf dem aktuellen Stand der Ermittlungen. Zurück im Dienst wird Torsten eine junge Frau an die Seite gestellt, mit der er den Fall übernehmen soll.
Alle Spuren und Hinweise führen Renk und Leutnant von Tarow nach Belgien, wo sie sich mit der rechtsradikalen Szene konfrontiert sehen. Sie begeben sich in höchste Gefahr, denn sie erkennen bald, dass die Morde, die Aufmärsche der Rechtsradikalen und der deutsche Geschäftsmann Geerd Sedersen irgendwie zusammenhängen. Nur wie die geheime Waffe in all diese Verstrickungen passt, erscheint zunächst wie ein unlösbares Rätsel.

Der zweite Roman um den MAD-Agenten Torsten Renk beginnt eher ruhig. Nicola Marni nimmt sich Zeit, um den Leser intensiv mit der Figur Torsten Renk und dessen Gefühlsleben vertraut zu machen, welches ihn nach der Ermordung seiner Freundin ziemlich aus der Bahn geworfen hat. Dabei entwickelt sich die Story zunächst hintergründig, um Renks Zwiespalt und Verbitterung deutlich zu machen. Geschickt baut Marni dabei die Spannung auf, um genau an der richtigen Stelle den Leser in Renks Ermittlungen einzubeziehen. Und dann gibt es kein Entrinnen, als Leser bangt man nur noch mit und will wissen, ob und wie es Renk und seiner Partnerin gelingt, den Fall zu lösen.
Auch mit dem zweiten Roman um den Agenten Torsten Renk wusste Nicola Marni mich als Leser zu überzeugen. Die Thematik ist alles andere als gewöhnlich, der überwiegend sachliche Einblick in die rechtsradikale Szene sorgte für den gewissen Schauder und die überraschenden Wendungen überspielten gekonnt die etwas oberflächliche Charakterisierung einiger Figuren. Besonders Henriette von Tarow blieb bis zum Schluss recht zweidimensional, da sie durchweg positive Eigenschaften hat und damit recht unantastbar bleibt.
Was die Richtigkeit der Darstellung von Bundeswehr, MAD und Rechtsradikale angeht, weiß ich nicht, ob das alles tatsächlich so abläuft, ein anderer Rezensent warnte da vor falschen Darlegungen. Mir war es egal, ob sich die Offiziere duzen oder siezen, denn es hat keinen Einfluss auf die Lösung des Falles.

Fazit:
Insgesamt ist der Autorin ein spannender und ausgetüftelter Thriller gelungen, der in seiner Gänze nicht an den ersten Roman »Die Tallinn Verschwörung« heranreicht, dennoch aber durchaus zu überzeugen weiß.

Bewertung:



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