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Rezension - Crash

Mark Alpert
Crash
Originaltitel: The Omega Theory
Aus dem Amerikanischen von Jochen Stremmel

Thriller, Paperback
Page & Turner, München, Juni 2011
448 Seiten / 14,99 €
ISBN: 9783442203888

Bruder Cyrus, Anführer der »Neuen Gläubigen«, einer Gruppe religiöser Fundamentalisten, verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Er will das Ende der Welt herbeiführen, um so die Auferstehung und das neue Reich Gottes zu ermöglichen. Sein Plan ist ausgefeilt: Ausgehend von der Idee, dass die Welt ein großes Computersystem ist, will er dieses System durch eine Überfülle an Daten zum Absturz bringen. Hierzu braucht Cyrus jedoch physikalisches Wissen, das er nicht besitzt. Deshalb lässt er den 19-jährigen Michael Gupta entführen, einen Ururenkel von Albert Einstein. Der autistische Michael hat Einsteins einheitliche Feldtheorie in seinem genialen Gedächtnis gespeichert. Um Michael die Formel zu entlocken, ist Cyrus jedes Mittel recht. Als der Wissenschaftshistoriker David Swift und seine Frau, die Physikerin Monique Reynolds, von Michaels Entführung erfahren, machen sie sich sofort auf die Suche. Doch die Zeit drängt, denn Michael hat im Wahn bereits einen Teil der Formel verraten …

Mit Crash legt Mark Alpert die Fortsetzung von Die Würfel Gottes vor. Ich kannte den ersten Roman nicht, habe ihn mir aber nach dem Lesen von Crash sofort gekauft. Das spricht schon einmal sehr für das Buch. Beim Lesen war es nicht tragisch, dass ich den ersten Teil nicht gelesen hatte, denn der Autor gibt genügend Querverweise, damit man sich als Leser auch ohne Vorkenntnisse im neuen Roman zurechtfindet. Schlimmer beim Zurechtfinden waren da schon all die physikalischen und wissenschaftlichen Erläuterungen, die es ganz schön in sich haben. Aber auch hier kommt man recht gut ohne Vorkenntnisse aus, denn auch diese erläutert Mark Alpert ziemlich verständlich. Letztendlich kommt es darauf auch gar nicht so sehr an, denn wichtiger fand ich die Charakterisierung der Personen und ihr Verhalten in zum Teil ziemlich extremen Situationen. Besonders der autistische Michael Gupta ist ein sehr interessanter Charakter, der als Schlüsselfigur ordentlich für Spannung sorgt. Aber auch das verquere Denken der Gläubigen, allen voran Bruder Cyrus, macht den Reiz dieses Romans aus.
Mark Alpert legt ein hohes Tempo vor, was durch den Wechsel der Schauplätze unterstützt wird. Langeweile kam beim Lesen an keiner Stelle auf, obwohl die Handlung doch irgendwie vorhersehbar wurde. Ziemlich am Anfang müsste jedem Leser klar sein, dass das Reich Gottes nur eine Wahnidee sein kann. Trotz aller wissenschaftlichen Erklärungen ein Ding der Unmöglichkeit. Aber … bei allem Wahn macht der Autor doch auch deutlich, wozu Fanatiker fähig sein können. Und auf welch schreckliche Weise sie ihre Macht zu missbrauchen imstande sind. Für mich war die Glaubensfrage in diesem Roman das spannendste Element überhaupt, zeigte es doch wieder einmal mehr, was alles möglich wäre, wenn …

Bewertung:



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