Gunter Arentzen
Christoph Schwarz - Band 28
Der wilde Kasper
Titelillustratio von Uwe Köhl
Mystery-Thriller, Paperback
Romantruhe, Kerpen, September 2007
72 Seiten/ 4,95 €
Auf Burg Spangenberg erscheint seit einigen Wochen ein Geist. Ist es der wilde Kaspar, der nach einer Legende hier auf Burg Spangenberg gegen den Willen des Kaisers dessen Tochter heiratete und dafür gehenkt wurde? Oder steckt etwas anderes dahinter? Belinda versucht, das Rätsel zu lüften. Doch kaum ist sie vor Ort, wird sie mit einer Magie konfrontiert, der sie nichts entgegenzusetzen zu hat. Sie wird in eine fremde Welt geschleudert. In eine Welt, von der auch Christoph Schwarz und Carey wissen. Eine Welt, von der beide hofften, niemals wieder zu hören. Für Belinda beginnt ein Kampf auf Leben und Tod. Dabei weiß sie nicht einmal, ob sie jemals wieder nach Hause zurückkehren kann ...
Dies war der erste Roman der Serie, der mir vorgelegt wurde – daher hatte ich keine Kenntnis über den bisherigen Handlungsverlauf und war somit »Seiteneinsteiger«, womit ich den bis-herigen Serienaufbau nicht bewerten kann.
»Christoph Schwarz - Detektiv des Übersinnlichen«, die Serie, die von Gunter Arentzen be-stritten wird, bietet Geschichten im Umfang von Heftromanen - auch vom Duktus her kann man die Titel dem Genre zuordnen.
Die einzelnen Stories sind zwar in sich abgeschlossen, bauen aber aufeinander auf.
Interessant für die Leser – die Locations und Plots sind weitestgehend an Mythen und Legenden aus dem deutschsprachigen Raum angelehnt.
Über den Stil des Autors lässt sich im Grunde nicht streiten, er ist leicht eingängig und ge-eignet für ein solches Format, wenngleich ihm auch an manchen Stellen ein wenig der Fluss fehlt, und eher beschrieben, als agiert wird.
Phantasie kann man Gunter Arentzen nicht absprechen.. Er mischt munter Mystisches mit Gegenwart. Da gibt es Hexen, Dunkelelfen, Feen, Amazonen, Mechsen (Mutanten aus Menschen und Echsen), auch an Actionszenen wird nicht gespart und sogar auf eine Prise der unvermeidlichen Romanze muss der geneigte Leser nicht verzichten … alles was das Unter-haltungsherz begehrt.
Im vorliegenden Fall landet Belinda Nolte, eine Wicca, die in Nancy Higgins weiterlebt und deren Geist den neuen Körper verlassen kann, wenn es Not tut, in einer Parallelwelt, was somit der Story einen phantastischen Rahmen verleiht.
Die gut 80 Seiten Handlung weisen keine Länge auf, sondern werden flott erzählt, oft gewinnt man den Eindruck, der Autor säße einem gegenüber und würde munter auf einen einplappern. Da gibt es eine Entführung, Beförderungen mit Flugscheiben und Folterkeller mit Streckbänken … alles das, was der gestresste Alltagsmensch zum Abschalten benötigt.
Hilfreich – grade für Neueinsteiger – ist das zweiseitige Glossar am Ende des Romans, das dem Leser einen Überblick über die Charaktere, Mythen und Locations gibt.
So bleibt unter dem Strich ein kurzweiliges Lesevergnügen für einen regnerischen Nachmittag, eine längere Zugfahrt oder einen Tag am Strand. Besonders für Heftromanfreunde ist diese Serie empfehlenswert und sicher eine Freude.
Das Burg-Covermotiv passt zum Plot der Handlung und auch die Farben sind ansprechend in warmen Erdtönen gehalten – leider ist der Einband nicht hochwertig und die Ecken recht schnell abgestossen. Sieht man von einem kleinen Fehlerchen im Trailer auf dem Backcover ab, findet sich dort aber eine Kurvita mit Foto des Autors und einen ordentlichen Blocksatz des Klappentextes.
Das Papier ist sehr gut, der Satz, bis auf wenige Fehler (Trenner) durchaus akzeptabel, aber das Lektorat – sollte überhaupt eines stattgefunden haben, was wohl eher nicht der Fall ist - lässt sehr zu wünschen übrig. Letzteres ist das einzig große Manko des Bandes und ärgerlich, wenn sogar halbe Wörter fehlen, wie auf S.45 aus »die Aufmerksamkeit« das fehlerhafte »die Aufmerksam« wird - um nur ein Beispiel zu nennen.
Fazit:
Munter geschriebene Unterhaltungslektüre für einen kurzweiligen Nachmittag.
© Alisha Bionda |