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Rezension - 616 - Die Hölle ist überall

David Zurdo & Ángel Gutiérrez
616 – Die Hölle ist überall
Originaltitel: 616 – Todo es inferno
Aus dem Spanischen von Alice Jakubeit
Illustration: FinePic, München

Paperback, Mysterythriller
Droemer Knaur Verlag, März 2008
408 Seiten / 14,95 €
ISBN: 9783426663165

In Boston rettet der Feuerwehrmann Joseph Nolan den minderbegabten Gärtner Daniel bei einem Klosterbrand das Leben. Zuerst steht es schlecht um den alten Mann, doch nach und nach erholt er sich. Nolan besucht ihn des Öfteren und lernt dabei die reservierte Psychologin Audrey Barrett kennen, die auf Wunsch der Nonnen Daniel behandelt. Dabei entdeckt sie bei dem alten Gärtner eine merkwürdige Persönlichkeitsspaltung. Als er ihr Dinge sagt, die er nicht wissen kann, ahnt sie Schreckliches und will es doch nicht wahrhaben. Ist Daniel von einer überirdischen Wesenheit besessen – vielleicht sogar vom Teufel persönlich? Weiß Daniel tatsächlich, wo sich ihr vor fünf Jahren verschollener Sohn befindet?

Zur selben Zeit untersucht der Jesuit Pater Albert Cloister mysteriöse Ereignisse. Einem Priester wurden im geschlossenen Sarg die Knochen gebrochen. Ähnliches geschah einer alten Frau, die immer noch am Leben ist. Auch bei anderen Vorkommnissen steht immer wieder dieselbe Botschaft im Vordergrund: DIE HÖLLE IST ÜBERALL.
Je mehr sich Cloister mit dieser Nachricht auseinandersetzt, desto mehr erkennt er, dass er persönlich in diese Fälle verwickelt wird und sich eine unsagbar böse Kreatur mit ihm in Verbindung setzen will ...

In diesem Roman trifft DER EXORZIST auf das SAKRILEG. Die Wissenschaftsjournalisten Zurdo und Gutiérrez schufen einen fundierten und extrem gut recherchierten Mysterythriller, der neben einer Menge subtiler Spannung auch eine interessante Geschichte zu erzählen hat, die mit einer gut durchdachten Pointe aufwarten kann. Zunächst beginnt der Roman recht verworren, und viele Szenenwechsel erfordern eine gewisse Konzentration bei der Lektüre. Doch im Laufe des Buches wächst die Handlung zusammen. Obwohl es so gut wie keine Action im Roman gibt, ist er äußerst spannend und atmosphärisch. Am eindringlichsten und nachhaltigsten sind jene Abschnitte, in denen ein Exorzismus an Daniel durchgeführt wird und Albert Cloister durch Tonbandaufnahmen mit dem Bösen kommuniziert. Die Protagonisten Audrey Barrett, Joseph Nolan und Albert Cloister wurden glaubhaft und vielschichtig dargestellt, sodass man unwillkürlich mit ihnen mitfühlt und mitleidet. Der Spannungsbogen baut sich langsam aber kontinuierlich auf und das Buch weist einige überraschende Wendungen im Handlungsablauf auf.
Im Anhang berichten die Autoren über Fakten und Fiktion ihres Werkes. Besonders die Wahrheit über die wahre Zahl des Tieres ist überaus interessant zu lesen.

Besonders gelungen ist dem Droemer Knaur Verlag die einmalige Aufmachung: Im Buchdeckel ist die Zahl 616 als Scherenschnitt abgebildet, hinter dem die Flammen des umklappbaren Umschlags zu sehen sind. Das Buch wurde auf hochwertigem Papier gedruckt und die Schrift hat die ideale Größe.

Fazit:
Hervorragend recherchierter Mysterythriller über Besessenheit, die Wahrheit über die Zahl des Tieres, sowie Judas Ischariot. Der flüssig lesbare Roman weist überraschende Wendungen auf und überzeugt durch subtile Spannung.

Bewertung:

© Florian Hilleberg

 

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