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Andreas FranzSpiel der Teufel Titelillustration von buchcover.com/ Thomas Schmitt Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München Krimi, Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen Der Kieler Kommissar Sören Hennig und seine Kollegin Lisa Santos sind fassungslos: Ihr Freund und Kollege Gerd Wegner soll sich umgebracht haben! Auch dessen Frau kann nicht glauben, dass ihr Mann Selbstmord begangen hat. Sören und Lisa beginnen, zu ermitteln. Sehr schnell kommen sie zu dem Schluss, dass Wegner beileibe nicht den Freitod gewählt hat, sondern auf brutale Weise ermordet wurde. Wer aber könnte ein Interesse daran haben, den gewissenhaften Polizisten umzubringen? Und was hat sein Tod mit der jungen Frau zu tun, deren Leiche man kurz darauf aus der Kieler Förde fischt und bei der es sich offenbar um eine Auftragskillerin handelt? Wegner ist mit seinen verdeckten Ermittlungen anscheinend ins Visier der internationalen Organmafia geraten. Bald wird deutlich, dass die Spur in den Osten führt – und dass einige bedeutende Mitglieder der besseren Kieler Gesellschaft involviert sind. Als sich das LKA einschaltet, ist endgültig klar, dass die beiden Polizisten in ein Wespennest gestochen haben … Was Sören und Lisa jedoch sofort zu Anfang der Ermittlungen auffällt, ist die Tatsache, dass ihr Kollege und Freund einen ziemlich kostspieligen Lebenswandel geführt hat. Zu kostspielig, um es von seinem Gehalt zu bezahlen, so wird schnell die Frage laut, wodurch er sich seine Luxusgüter, wie Haus, teuren Wagen, Schmuck finanziert hat und ob er bestechlich gewesen sei. Letzteres können sich die Kollegen nicht vorstellen, da Wegner als durch und durch integer galt. Konrad, ein Kollege des KDD (zwielichtiger Charakter, korrupt, brutal, schmierig) hatte den letzten Einsatz mit Wegner, dessen Autopsie eindeutig ergibt, dass er ermordet wurde – ebenso wird festgestellt, dass Wegner kurz vor seinem Tod noch Sex hatte, was seine Ehe in einem nicht mehr so strahlenden Licht erscheinen lässt, da es seine Frau, die zu dem Zeitpunkt in einer anderen Stadt weilte, nicht gewesen sein konnte. Schnell wird dem Leser bewusst, um was es sich in dem Fall handelt: Organhandel in großem Stil und mit sehr brutalen Mitteln. Drahtzieher und Nutznießer sind hohe Tiere aus dem Baltikum und Reiche, die sich eine neue Leber oder ein neues Herz kaufen, wie andere ein Paar Schuhe. Dass dabei die Leben der unfreiwilligen »Spender« geopfert werden, wird mit einer zynischen Doppelmoral begründet. Das »Geschäft« boomt und in die Fänge der »Firma« geraten immer mehr Menschen tiefer hinein. Trotz des schnell erkennbaren Kurses, den die Handlung nimmt, gelingt es Andreas Franz die Spannung zu halten, stringent zu steigern und im Schlussakkord noch eine kleine Überraschung einzustreuen, sodass dem Leser spannende Krimikost – mit Blick in tiefe menschliche Abgründe – geboten wird. Einzige kleine Mankos: Der Autor betitelt seine Antagonisten wie Sören Henning und Lisa Santos beim Nachnamen, das schafft eine gewisse Distanz zum Leser. Die Aufmachung des Hardcovers ist erstklassig, das Covermotiv sehr zurückhaltend und nicht auf den Plot bezogen. Was auf der einen Seite angenehm niveauvoll ausfällt, auf der anderen Seite aber vielleicht einen zusätzlichen Kaufmagnet verschenkt. Aber der Autor dürfte darauf ohnehin nicht mehr angewiesen sein. Ich möchte mit den Worten von Andreas Franz enden, weil sie so treffend sind: »Den Teufel erkennt man erst, wenn man ihm die Hand gibt und er sie nicht mehr loslässt.« Fazit: © Alisha Bionda |