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Rezension - Nullpunkt

Lincoln Child
Nullpunkt
Originaltitel: Terminal Freeze

Thriller, Hardcover
Wunderlich Verlag, Reinbek, Januar 2010
400 Seiten / 19,95 €
ISBN: 9783805208826

Nun hat also auch Thrillerautor Lincoln Child seinen Beitrag zum derzeitigen Nord-Südpol-Fieber geliefert. Mit »Nullpunkt« legt er einen Roman vor, dessen Plot oberflächlich gesehen zunächst einmal an John W. Campells »Das Ding aus einer anderen Welt erinnert«, sich jedoch bei genauerem Hinsehen in eine leicht andere Richtung bewegt.
Ort der Handlung ist die verlassene Militärstation Fear Base (der Name sagt alles), die nun als Forschungsstation für eine Gruppe Wissenschaftler dient, welche die Folgen der Klimaerwärmung untersuchen wollen. In einer nahe gelegenen Höhle machen sie eine sensationelle Entdeckung: ein bizarres, im Eis eingeschlossenes Wesen. Kurz darauf erhalten sie Besuch von einem Fernsehteam, dessen Sender die Forschungsarbeiten finanziert, um daraus eine Dokumentation zu drehen. Doch als vor allem der Regisseur von dem Fund erfährt, ändert sich alles. Nun soll die Dokumentation über das eingeschlossene Wesen gehen. Dafür wird es aus der Höhle geschleppt und aufgetaut. Den Rest kann sich jeder denken: Das Monster erwacht zum Leben und dezimiert die Bewohner der Station. Währenddessen versuchen die Wissenschaftler, hinter das Rätsel dieses Ungetüms zu kommen und eine Methode zu entwickeln, um es unschädlich zu machen.

Lincoln Childs »Nullpunkt« ist spannend und gut geschrieben. Der Handlungsverlauf ist zwar vorhersehbar, dennoch macht es durchaus Spaß, der Geschichte zu folgen. Schön erweist sich seine Kritik an den Medien, die alles versuchen, um aus Katastrophen Geld zu machen. In dieser Hinsicht schlägt seine Story an manchen Stellen um ins Satirische. Besonders gelungen ist dabei die Beschreibung der Starreporterin, die aufgrund ihrer Starallüren ihren eigenen Wohnwagen an den Nordpol schleppen lässt. Ansonsten wirken die einzelnen Charaktere eher oberflächlich. Zwar versucht Child, seine Figuren näher zu beleuchten, doch handelt es sich dabei mehr oder weniger um Andeutungen. Nichtsdestotrotz wirken seine Charaktere lebendig und handeln durchaus überzeugend.
Das Ungeheuer selbst erweist sich als äußerst blutrünstig, was Child dazu veranlasst, die ein oder andere Beißszene genauer unter die Lupe zu nehmen, um dadurch den Ekelfaktor etwas zu erhöhen. Hinsichtlich der Existenz dieses Monsters sucht und findet Lincoln Child diverse Theorien, die am Rande diskutiert werden und dem Roman den leichten Hauch eines Wissenschaftsthrillers verleihen.
Lincoln Child hat mit »Nullpunkt« sicherlich nicht das Rad neu erfunden. Dennoch schuf er einen netten und sehr unterhaltsamen Roman, den man gerne liest.

Copyright © 2010 by Max Pechmann

 

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