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Rezension - Nebel über Manhattan

J.D. Christilian
Nebel über Manhattan

Thriller, Hardcover
Heyne-Verlag
351 Seiten/ 13,95 €

Im Jahr 1871 wird in einem Lagerhaus eine tote Hure gefunden. An und für sich nichts ungewöhnliches – nur, dass die junge Dame die Kleidung einer seit Monaten verschwundenen Frau aus der Oberschicht an hatte. Der Gatte eben dieser Frau, ein Anwalt, beauftragt nun den Privatdetektiven Harp mit der Suche nach seiner Frau und die Verbindung zu der toten Hure. Und Harp macht sich auf die Suche, was zu der Zeit gar nicht so leicht ist. Denn Ende des 19. Jahrhunderts ist Amerika noch prüder, noch arroganter, noch korrupter als heute. Der Privatdetektiv, der sich nicht gern so nennt, hat aber eine Menge unerschrockener Helfer aus der Halb- und Unterwelt, die ihm für Geld aber auch aus Loyalität gerne helfen. Ganz nebenbei hat Harp aber noch ein anderes Problem: Er liebt eine Frau, die er nicht lieben darf. Nicht, weil die Gesellschaft ihnen verbieten würde, das interessiert beide nicht sonderlich, sondern weil er ihr einst das Liebste nahm was sie hatte: Ihren Ehemann.
Aber Harp wäre nicht Harp, wenn er sich da nicht durchbeissen würde.

Der Roman ist ruhig, aber fesselnd. Er kommt fast ohne Action aus und besticht eindeutig durch seine Figuren und der Atmosphäre, die der Autor wunderbar aufgebaut hat.
Und der Roman hat alles, was das Krimi/Thriller-Herz sich wünscht: Einen extrem grauen, mysteriösen Hauptcharakter, eine extrem schöne Frau, etwas Politik und ganz klar: Verschwörungen.
Auch die Geschichte kommt hier nicht zu kurz. Die Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts in einer Stadt, die schon zu der Zeit niemals schläft, wird wunderbar geschildert. Die Frauenbewegung spielt hier eine große Rolle, genau wie die Erinnerungen an den Bürgerkrieg, die im Jahr 1871 noch recht frisch sind. Der Leser bekommt einen wunderbaren Eindruck von dem New York des Jahres 1871, das noch bei weitem nicht mit dem New York 2008 zu vergleichen ist.
Nebel über Manhattan war ein »Fehlkauf«, aber einer, den ich nicht bereue und ich finde es schade, dass aus Harp keine Serie geworden ist. Denn die Figur hat eine Menge Potential. Leider kann ich nicht sehr auf die Figur eingehen, denn sonst würde ich enorm spoilern und das wäre für diesen Roman einfach zu fatal.
Wer aber historische Krimis mag, ohne viel Action auskommt und nicht dieses Schwarz-Weiß Denken hat, ist mit Nebel über Manhattan gut bedient.

Bewertung:





© C. Sibilitz

 

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