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Rezension - Im Wald der stummen Schreie

Jean-Christophe Grangé
Im Wald der stummen Schreie

Thriller, Hardcover
Bastei Lübbe, August 2011
541 Seiten / 19,99 €
ISBN: 9783431038156

Drei weibliche Leichen an arrangierten Tatorten und keine Spur vom Täter. Außer, dass Teile der Toten verspeist wurden. Und dann sind da noch die Schriftzeichen an den Wänden, die niemand zu entschlüsseln vermag. Die Polizei steht vor einem Rätsel, doch da ist die Ermittlungsrichterin Jeanne Korowa, die auf eigene Faust ermittelt und glaubt, dem Geheimnis Schritt für Schritt auf die Spur zu kommen. Durch unkonventionelle, ja zum Teil verbotene und auch sehr gefährliche Ermittlungen führt sie die Spur nach Südamerika. Dort lüftet sie ein Geheimnis, welches an Grauen kaum zu überbieten ist.

Im Wald der stummen Schreie hört sich vom Thema zunächst wie ein typischer Thriller von Grangé an. Doch dieses Buch ist anders, und das macht es nicht unbedingt besser. Es enthält Längen, die ich vom Autor nicht gewohnt bin. Grangé konzentriert sich meines Erachtens zu sehr auf Jeanne, charakterisiert sie mit zu vielen Details und machte sie mir während des Lesens schlicht unsympathisch. Da ich mich mit der Frau weder identifizieren konnte, noch sie in irgendeiner Art mochte, hat mir das Lesen des Buches irgendwann ab der Mitte keinen Spaß mehr gemacht. Für eine Antagonistin fehlten ihr wiederum einige Eigenschaften, sodass ich mir nicht mal ihr Versagen wünschen konnte. Eine Story steht und fällt aber in vielen Fällen mit den Figuren und in diesem Fall wirkte sich die Antipathie auf das ganze Buch aus, sodass ich zum Ende hin viele Seiten übersprungen habe.
Was mir jedoch an dem Roman interessant erschien, waren die Versuche der wissenschaftlichen Erklärung der Rätsel um Evolution, Genetik und Autismus. Diese Hintergrundinformationen hat Grangé wieder auf seine ganz eigene Art und Weise verarbeitet. Diese Passagen waren spannend und interessant bis hin zur Auflösung. Aber auch hier hat Grangé meines Erachtens diesmal Potential verschenkt. Vielleicht ist es das Gesetz der Folge bei diesem französischen Ausnahmeautor, dass zwei Top-Titeln zwei weniger gelungene folgen und er danach wieder mit zwei Geniestreichen aufwartet.

Fazit:
Auch wenn das aus meiner Sicht alles sehr negativ klingt, ist die Story an sich doch ausgefeilt und spannend, abgesehen von den Längen, in denen es um Jeanne geht. Aber Grangé kann es eben besser.

Bewertung:



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