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Rezension - Gold - Pirate Latitudes

Michael Crichton
Gold - Pirate Latitudes
Aus dem Amerikanischen von Ulrike Wassel und Klaus Timmermann

Thriller, Hardcover mit Schutzumschlag
Blessing Verlag, München, November 2009
365 Seiten / 19,95 €
ISBN: 9783896674029

17. Jahrhundert in der englischen Kolonie Jamaika, Port Royal: Unter Anregung des Gouverneurs Lord Almont bekommt der Freibeuter Kapitän James Hunter einen Kaperbrief für eine mit mächtigen Schätzen beladene spanische Fregatte, welche im Hafen der Insel Lerdes liegt – im Schatten der als uneinnehmbar geltenden Festung Matanceros. Sogleich sammelt er eine Truppe Vertrauter zusammen, jeder von ihnen mit einer für das Unternehmen lebenswichtigen Fähigkeit ausgestattet, um den Angriff zu wagen. Während im Geheimen die Vorbereitungen getroffen werden, macht sich allerdings ein anderer Mann daran, die als reibungslos geplante Kaperfahrt zu seinen Gunsten zu nutzen …

Mit »Pirate Latitudes« veröffentlichte Blessing einen Roman aus dem Nachlass des leider im November 2008 verstorbenen Autors Michael Crichton und betritt damit ein seit langem geschontes Terrain des »Jurassic Park« und »Emergency Room« - Erfinders: Nämlich das des historischen Abenteuers. Neben »Der Große Eisenbahnraub« gehört »Schwarze Nebel«, die Vorlage zum filmischen Action-Abenteuer »Der 13. Krieger« zu den bekanntesten dieser Werke des Autors.

Um es vorweg zu nehmen, sei sogleich gesagt, dass »Gold« mit den wissenschaftlichen Thrillern von Crichton rein gar nichts gemein hat. Hier wird eine nicht sonderlich komplexe Geschichte mit einigen Höhepunkten erzählt aber bis auf ein paar historische Daten und Ereignisse und Orte ist von einer gründlichen Recherche, wie man sie ansonsten gewohnt ist, nichts zu spüren.
Crichton erzählt spannend und mit grimmigem Humor eine Freibeuter-Story mit vielen Abenteuer-Elementen, welche man auch sonst von diesem Genre gewohnt sein dürfte: Eine sturmgepeitschte Seefahrt, der böse und grausame Gegner, der aus dem Hinterhalt angreift, der Verräter aus den eigenen Reihen, Kanonenfeuer, Seeschlachten und ein Riesenkrake, der das ohnehin schon geschundene Schiff überfällt.
Die Charaktere bleiben dabei allesamt knapp charakterisiert und stellenweise klischeehafter der Roman besticht durch seine dichte Atmosphäre und die Geradlinigkeit und sei daher jedem als kleine Zwischenmahlzeit wärmstens ans Herz gelegt, der sich auch nur ein bisschen die »Fluch der Karibik«-Filme begeistern konnte.
Sollte »Pirate Latitudes« jemals verfilmt werden, wird er ein ebenso prächtiges Spektakel abgeben, denn hier wird genügend Action und Schauwert geboten, dass man meinen könnte, das Manuskript sei von vornherein als Drehbuch geplant gewesen!

Einem Autor wie Michael Crichton kann man auch überhaupt nicht böse sein für ein derart Fragenkomplexes Werk, welches so gar nicht zu seinen Veröffentlichungen der letzten Jahre passen will. Als Nachlasswerk ist es eine nette Sache zu wissen, dass sich der gute Mann auch noch mit weniger explosiven Themen beschäftigt hat als »Welt in Angst« und »Next« und gelegentlich nur nette Unterhaltung im Sinn gehabt hat.

Fazit:
Als netter Happen für Zwischendurch enorm geeignete Mischung aus karibischem Abenteuer und Action-Geschichte, welche zwar die sonstige Form von Michael Crichton vermissen lässt aber dennoch auf ganzer Linie unterhält. Die nicht sonderlich umfangreiche Erzählung wird in den Händen großer Hollywoodproduzenten sehr gut aufgehoben sein.

Bewertung:



© Mirko Röhm

 

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