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Rezension - Genesis Secret

Tom Knox
Genesis Secret

Thriller, Hardcover
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, März 2009
448 Seiten / 19,95 €
ISBN: 9783455401509

Der Journalist Rob Lutrell erholt sich gerade vom Schrecken des letzten Erlebnisses im Irak, als er den Auftrag erhält, über eine archäologische Ausgrabung in Göbekli Tepe zu recherchieren und zu berichten. Rob begibt sich nach Kurdistan und stößt schon bald auf Ungereimtheiten, die schließlich in dem Mord an dem deutschen Ausgrabungsleiter enden. Doch damit beginnt für Rob die eigentliche journalistische Tätigkeit, denn er kommt einem Geheimnis auf die Spur, welches von einer uralten Glaubensgemeinschaft gehütet wird und dessen Lüftung tiefgreifend in die Menschheitsgeschichte eingreifen würde.
Zeitgleich ermittelt in London Inspektor Forrester gegen einen brutalen Serienmörder, der seine Opfer regelrecht hinrichtet. Dass diese Morde nach dem Schema von Menschenopfern, wie sie die Geschichte leider nur zur Genüge kennt, vollzogen werden, ist genau der Punkt, an dem Lutrell und Forrester während ihrer Ermittlungen zusammentreffen. Doch der Mörder ist den Ermittlern scheinbar immer einen Schritt voraus. Da er Lutrells Tochter und Freundin als Geiseln hat, sind der Polizei auch noch die Hände gebunden.

Vorab möchte ich gleich erwähnen, dieser Thriller ist nichts für schwache Nerven. Tom Knox (hinter diesem Pseudonym verbirgt sich der Schriftsteller und Journalist Sean Thomas) nimmt bei der Beschreibung der Morde und dessen Opfer keine Rücksicht auf die Gemütslage des Lesers. Jedes Detail wird sachlich beschrieben, ohne dabei etwas zu beschönigen oder zu übertreiben. Eben diese Sachlichkeit beschwört grausame Bilder herauf, die manches Mal bei deren Vorstellung sogar schmerzvoll zu sein scheinen ...
Das Buch beginnt in zwei Handlungssträngen. Zunächst lernt man als Leser den Journalisten Rob Lutrell kennen. Er erholt sich gerade von einem Anschlag im Irak, als er Zeuge eines Selbstmordattentats wurde und gerade so mit dem Leben davonkam. Neben der tiefgründigen Charakterisierung des Protagonisten bekommt man als Leser aber auch eine anschauliche Beschreibung der Handlungsorte. Und daran erkennt man sehr schnell, dass der Autor genau weiß, wovon er schreibt. Das Bild von Kurdistan mit Land und Leuten, welches Tom Knox entwirft, kommt sehr anschaulich beim Leser an, er ist während der Geschehnisse mit vor Ort.
Die Charakterisierung des Inspektors ist nicht ganz so eindringlich, jedoch für mein Empfinden auch nicht so zwingend. Forrester führt neben den Ermittlungen noch einen inneren Kampf um die Verarbeitung des Todes seiner Tochter, der bei der Zuspitzung der Handlung sein Tun mitbestimmt. Diesen Bezug zur Motivation des Inspektors hielt ich beim Lesen für spannender, als wenn er auf die Figur Forrester selbst noch näher eingegangen wäre. Richtig spannend wird es, als beide Protagonisten aufeinandertreffen. Die Zusammenführung der Handlungsstränge geschieht plötzlich, im genau richtigen Moment, um die Spannung, die der Autor bis dahin aufgebaut hat, in den ersten Höhepunkt gipfeln zu lassen.
Doch neben der eigentlichen Handlung lebt dieser Roman von der Beschreibung der Morde, die meist aus der Sicht des Täters beschrieben werden. Wie eingangs erwähnt, geht Knox dabei sehr sachlich vor, aber genau diese Sachlichkeit gepaart mit der Detailliertheit, lassen einen beim Lesen schaudern. Bis dato hatte ich von Menschenopfern gehört. Allein diese Vorstellung ist grausig, hier nun zu erfahren, in welch bestialischer Form diese Opfer dargebracht wurden, geht hart an die Grenze des Erträglichen. Und dann der Täter selbst. Der Leser lernt ihn relativ zeitig kennen. Eigentlich sollte man ihn nur hassen für sein Tun, für sein Denken. Doch das ist schlicht unmöglich. Tom Knox charakterisiert nicht nur den Psychopaten, sondern auch den Menschen, der sich dahinter verbirgt. Manchmal wurde mir dieser Serienmörder beinahe sympathisch, seine Motivation fast nachvollziehbar ... und diesen Effekt kann ich an dieser Stelle nicht genau beschreiben. Ich denke, dafür muss man das Buch selbst gelesen haben.

Fazit:
Ein harter, grausamer Thriller, der auf harten, grausamen Tatsachen aus der Geschichte der Menschheit beruht. Die Spannung und das blanke Entsetzen darüber, wozu Menschen fähig sind, werden beinahe unerträglich. Doch in jedem Fall ein unbedingt lesens- und damit empfehlenswert.

Bewertung:



© Anke Brandt

 

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