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Rezension - Fluch

Michael Ridpath
Fluch
Ein Magnus-Jonson-Roman

Thriller, Hardcover
Hoffmann und Campe, August 2010
384 Seiten / 19,95 €
ISBN: 9783455402650

Magnus Jonson, gebürtiger Isländer, gehört zur Mordkommission in Boston, USA. Seit dem mysteriösen Tod seines Vaters ist er versessen darauf, dessen Tod wie auch jeden Mord aufzuklären. Doch dann legt er sich mit den falschen Leuten an und muss Boston verlassen, wenn er am Leben bleiben und als Kronzeuge aussagen will. Magnus kehrt zu seinen Wurzeln zurück nach Island, denn dort steht die hiesige Polizei vor einem rätselhaften Mordfall. Ein Wissenschaftler wird tot aufgefunden, der an der Übersetzung einer einzigartigen Saga gearbeitet hat. Einer Saga, die Tolkien für den Herr der Ringe inspiriert haben soll. Doch würde ein Tolkien-Fan für eine Saga morden?
Magnus glaubt nicht an die schnelle Lösung des Falls und ermittelt weiter. Dabei stößt er auf Ungereimtheiten bei einem Fall, der sich viele Jahre früher ereignet hat. Die involvierten Personen in beiden Fällen lassen Magnus schnell erkennen, dass da ein Zusammenhang besteht.
Während Magnus einen Mörder in Island sucht, kommen ihm seine eigenen Feinde auf die Spur …

Michael Ridpath legt einen Thriller vor, der seinesgleichen sucht. Tolkien als Thema in einem Thriller, hat es das jemals schon gegeben? Für mich war es Grund genug, der Sache auf den Grund zu gehen. Und gleich vorneweg: es ist egal, wie viel von der Saga, dem Ring und den Briefen Tolkiens der Wahrheit entspricht, eingebettet in die Story kommt es glaubhaft rüber. Ich als Leser habe mir nicht die Mühe gemacht, irgendetwas zu hinterfragen, denn die Story als solche ist stimmig. Tolkien war der Grund, diesen Thriller zu lesen, doch was ich geboten bekam, übertraf meine Erwartung bei Weitem.
Michael Ridpath ist ein wunderbarer Erzähler. Der Erzählstil zog mich sofort in seinen Bann, ich hatte das Gefühl, dass der Autor sich jedes einzelne Wort genau überlegt hatte. Da ich die deutsche Ausgabe gelesen habe, gilt das Lob natürlich auch der Übersetzerin Andrea Fischer, die den Text im Deutschen so lesenswert gestaltete. Ich betone das so, weil es mir bei einem Thriller in der Form eher selten auffällt, meist steht die Spannung an erster Stelle, nimmt den Leser gefangen, sodass ich auf solche Dinge gar nicht so sehr achte.
In »Fluch« ist beides vereint. Die Spannung kommt natürlich nicht zu kurz, beherrscht die Story aber auch nicht. Als Leser wurde ich eher gefordert, an der Suche nach dem Täter teilzunehmen. So kam das Ende zwar nicht ganz so überraschend, aber es war nicht enttäuschend sondern logisch.
Desweiteren gibt es nun neben Robert Langdon und David Hunter einen weiteren Protagonisten, der in keinster Weise perfekt ist. Ein Mann mit Fehlern, Zweifeln und Ängsten, von dem ich als Leser einfach wissen muss, ob und wie er sein Leben wieder in den Griff bekommt.
Ein weiterer Aspekt, warum mir der Roman so außerordentlich gut gefallen hat, war der Schauplatz Island. Über den Roman erfährt man als Leser eine Fülle von Details über dieses kleine Land, dass man danach am liebsten seinen Koffer packen und hinreisen möchte. Dabei werden diese Dinge so nebensächlich geschildert, dass sie sich wohl gerade deshalb so eingeprägt haben. Vielleicht lag es daran, dass ich mich noch nie genauer mit Island beschäftigt habe und noch nie dort war, auf alle Fälle konnte Michael Ridpath zumindest mir damit Lust machen, mehr über Island erfahren zu wollen. Und wenn ein Autor so etwas über einen Thriller schafft, dann ist ihm in meinen Augen wirklich ein großartiger Roman gelungen.

Bewertung:



Copyright © 2010 by Anke Brandt

 

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