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Jörg KastnerDie Tulpe des Bösen Thriller, Hardcover Amsterdam 1671. Bis vor kurzem hielt das »Tulpenfieber« die Niederlande in Atem – hochgefährliche Spekulationen mit Tulpenzwiebeln kosteten nicht wenige Bürger die Existenz. Und noch immer treffen sich wöchentlich die »Verehrer der Tulpe«, ein exklusiver Club … Als sich eines Abends ein ehrenwertes Mitglied, Bankier de Koning, auf den Heimweg macht, wird er von einer fremden Frau angehalten und brutal niedergestochen. Amsterdam ist in Aufruhr. Er ist der zweite Ermordete, der ein seltenes Blütenblatt in der Hand hält. Inspektor Jeremias Katoen führt die Ermittlungen, bei denen fanatische Liebhaber und ebenso fanatische Tulpenhasser ihn auf die Spur eines extrem raren und gefährlichen Exemplars bringen, das einst im Osmanischen Reich gestohlen wurde. Ein dämonisches Gewächs von schillernder Farbe, das jeden, der ihm zu nahe kommt, den Verstand verlieren lässt … Von 1610 bis 1637 entwickelte sich der Handel mit Tulpenzwiebeln in den Niederlanden mit rasantem Tempo: Diese Entwicklung ging als Tulpomanie oder Tulpenwahn in die Geschichte ein. Für einzelne Zwiebeln wurden atemberaubende Summen gezahlt. Immer mehr Menschen – egal, aus welchen Schichten sie stammten - wollten in diesem Handel mitmischen, um schnell viel Geld zu verdienen. Es war eine aufregende Zeit, in der manche unendlich reich wurden und andere alles verloren. Gegen Ende der Tulpomanie wurde eine Zwiebel für einen Betrag verkauft, der dem Kaufwert eines Hauses entsprach. Vieles in diesem Handel war letztlich heiße Luft - Zwiebeln wurden schon verkauft, bevor sie aus dem Boden geholt wurden. Dies geschah über Schuldscheine, die zu immer höheren Summen weiterverkauft wurden. Irgendwann stand dem, was angeboten wurde, kein realer Wert mehr gegenüber und der Handel brach 1637 zusammen. Jörg Kastner entführt mit »Die Tulpe des Bösen« den Leser in das Amsterdam um 1650 und siedelt seinen neuen Roman unmittelbar an die Nachfolgen des Tulpenwahns an. Der Autor versteht es ausgezeichnet, nicht nur fantastische Elemente in seinem Roman miteinander zu verknüpfen, sondern auch dem Leser einen detaillierten Einblick in das Amsterdamer Leben der damaligen Zeit zu geben. Arm und Reich, Licht und Schatten, Fiktion des Autors und Realität treffen aufeinander. Kastner lässt keine Bevölkerungsschicht außen vor, jede von ihnen findet ihren Platz im Roman; sei es die Nachtläuferin Dela Oetgens oder der Seilermeister und Ratsherr Philipp Schuiten. Ein Stadtplan von Amsterdam um 1650, ein Personenregister sowie eine Zeittafel vervollständigen den Roman. Fazit:
© Wolfgang Brandt |