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Der Rote
Von Bernhard Kegel Thriller Der Rote
Bernhard Kegel liefert dem Leser hier wieder einmal ein aktuelles, brisantes Thema, welches er auf seine ganz eigene Art und Weise, nämlich aus der Sicht des Wissenschaftlers, vermittelt. Und er schafft es auch mit seinem neuen Roman, wie schon in der Vergangenheit mit seinen Büchern „Wenzels Pilz“ oder „Sexy Sons“, zwar den Zeigefinger zu erheben, aber ihn nicht vorwurfsvoll zu bewegen. Was heißen soll, er spricht ein aktuelles Thema an, ohne Schuldzuweisungen vorzunehmen. Das macht auch diesen Roman zu einem unterhaltsamen Thriller, der den Leser wirklich zum Nachdenken anregt. Neben all den wissenschaftlichen Fakten, die dieser Roman zu bieten hat, gibt es aber auch einen Protagonisten, dem der Autor die nötige Tiefe verliehen hat, um mit ihm zu leiden, zu kämpfen und sich zu freuen. Hermann Pauli ist ein Mensch mit einem ausgewogenen Verhältnis an Stärken und Schwächen, welches ihn sehr glaubwürdig erscheinen lässt. Was mir besonders gefallen hat ist, dass Bernhard Kegel die Affäre mit Barbara am Rand der Handlung belässt. Solche Kleinigkeiten sind es, die den Roman insgesamt und glaubhaft machen und er so seinen Zweck erfüllen kann: spannende Unterhaltung, die den Leser nachdenklich stimmt, denn was uns Kegel hier als Fiction vorgibt, kann schon bald Realität werden. Die einzige Schwäche, die ich beim Lesen des neuesten Werkes von Bernhard Kegel bemängeln muss, werden sicher nur jene Leser nachvollziehen können, die auch alle anderen Bücher des Autors kennen. In „Der Rote“ fehlte ein wenig die Bissigkeit und der versteckte schwarze Humor, mit dem Kegel in seinen früheren Büchern glänzte. Das merkt man besonders an dem fehlenden Wortwitz in den Dialogen, die in diesem Buch manchmal ein wenig langweilig, weil zu brav, geführt werden. Alles in allem ist „Der Rote“ ein sehr guter Wissenschaftsthriller, der durch die Fachkenntnis des Autors besticht und somit sehr glaubhaft und dabei spannend und unterhaltsam geschrieben ist.
© Anke Brandt |