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Michael Lawson
Der Luchs aus dem Englischen von Bernhard Kempen Thriller, Hardcover
Wer der felsenfesten Überzeugung ist, dass ein Thriller nur mit wilden Verfolgungsjagden, Schießereien und einem Helden à la James Bond funktioniert, wird hier enttäuscht sein. Aber genau aus dem Grund empfehle ich, diesen Roman zu lesen. Joe DeMarco ist alles andere als ein James Bond, er ist auch kein Jack Reacher oder gar ein Jerry Cotton, obwohl er sämtliche Anleihen hat, um sich in der Heldenreihe einzugliedern. Er ist der Traum vieler verheirateten und unverheirateter Frauen, und sein Vater war Profikiller der Mafia in New York. Da er aber mit eben dieser nichts zu tun haben wollte, wurde er Anwalt. Allerdings wollte ihn keine seriöse Kanzlei haben, wegen seiner familiären Bindungen zur Mafia. So kam er über Umwege in den inneren Zirkel der Macht. Und auch Emma, die weibliche Protagonistin, ist alles andere als ein Bond-Girl, das nach getaner Arbeit sich dem Helden hingibt. Emma ist mindestens 15 Jahre älter als DeMarco, Mutter einer erwachsenen Tochter und derzeit lesbisch. Zudem ist sie ein (Ex) Agent des militärischen Geheimdienstes und alles andere als zimperlich. Ihr wird in dem Buch ein kleiner familiärer Nebenstrang gewidmet, der ihren Charakter sehr gut darstellt und jedem Stalker unter die Nase gehalten werden sollte. »Der Luchs« ist ein ruhiger Politthriller, aber nicht im geringsten Langweilig. Eher wie eine Lawine kommt der Roman daher und man muss beim Lesen aufpassen, nicht verschüttet zu werden. Mitdenken ist angesagt, also kein Popcorn-Roman. Dennoch könnte man das Buch an jeder Stelle zuschlagen und erst drei Tage wieder aufschlagen. Man kommt sehr schnell wieder in das Geschehen. Fazit:
© Cornelia Sibilitz |