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Rezension - Der 3. Grad

Der 3. Grad
von James Patterson & Andrew Gross

Hardcover
Limes Verlag (Verlagsgruppe Random House)
288 Seiten/19,90 €
ISBN: 978-3-8090-2497-2

San Francisco wird von einer Serie von Terroranschlägen heimgesucht. Lindsay Boxer wird mit der Aufklärung des Falles betraut. Als sie schließlich die Hintergründe der Verbrechen durchschaut hat, ist es bereits zu spät: Denn ein weiterer Anschlag trifft sie und ihre Freundinnen des „Clubs der Ermittlerinnen“ mitten ins Herz …

Im dritten Band von James Pattersons „Club der Ermittlerinnen“-Serie um Lindsay Boxer lässt sich eine deutliche Steigung gegenüber „Der 1. Mord“ und „Die 2. Chance“ feststellen, da dieses Buch mit einem wesentlich höheren Actiongehalt aufwarten kann. Endlich weichen Patterson und sein Co-Autor in der Boxer-Serie von der Serienkiller-Thematik ab und bringt mal einen anderen Typ Verbrecher ins Spiel: Terroristen. Eine Person, die sich August Spies nennt, treibt in diesem Krimi nämlich ihr Unwesen und sorgt für Unheil. In dem relativ dünnen Buch (nicht mal 300 Seiten) mit der üblichen kurzen Kapitellänge setzt Patterson, im Gegensatz zu Band 2, nicht auf einen Überraschungseffekt bei der Täterenttarnung, sondern Action und Dramatik – und das ist ihm auch gut gelungen.

Und nicht nur das: Der „Club der Ermittlerinnen“ tritt in diesem Roman komplett in den Hintergrund – sprich, der (in meinen Augen relativ überflüssige) „Club“ wird nicht mehr erwähnt und verschwindet somit in der Versenkung. Erfreulicherweise, denn dieser Zusammenschluss wirkte doch arg klischeehaft; vor allen Dingen, weil die „Clubmitglieder“ sowieso im Berufsalltag miteinander zu tun haben (zumal Cindy Thomas in „Die 2. Chance“ keine wirklich großartige Arbeit verrichtet hat – Suchmaschinen bedienen und mit deren Hilfe Informationen finden ist im Zeitalter des Internets nun wirklich kein Kunststück mehr).
Vielleicht liegt die Nicht-Erwähnung des Clubs aber einfach auch daran, dass in diesem Roman eine Dame aus dem Team getötet wird …? Mit dieser Information verrate ich übrigens noch nicht das Ende – besagte Tötung erfolgt nämlich schon zur Buchmitte hin und außerdem war der Verlag so freundlich, es im Klappentext vorab zu erwähnen. Dieser Mord war in meinen Augen gar nicht mal großartig dem Roman abträglich, wie ich es z. B. bei Annie Geraldos Tod in der „Jerry Cotton“-Serie empfand. Er wurde passend in die laufende Handlung eingebaut und außerdem hatte man sich an diese Person noch nicht allzu groß gewöhnt (ich jedenfalls nicht).

Genauso erfreulich ist es, dass Lindsay Boxer in diesem Roman einmal mehr ein Beziehungspartner zur Seite gestellt und dieser nicht gleich am Ende des Romans aus dem Weg geräumt wird – und dass die Beschreibungen weder ausarten noch allzu kitschig daherkommen.

Diesmal gibt’s allerdings einen Minuspunkt für die Nebenhandlungen: Im letzten Roman lernte Cindy Thomas einen Geistlichen namens Aaron Winslow kennen, mit dem sie zum Ende hin auch zusammen kam (und der ausnahmsweise nicht getötet wurde) – allerdings wurde dieser in „Der 3. Grad“ komplett verschwiegen, obwohl Cindy darin wie gewohnt vorkam.

Nun aber noch mal ein Kommentar zur Gestaltung der „Club der Ermittlerinnen“ Serie rund um Lindsay Boxer: Es ist ja schön und gut, dass man sich beim Originalverlag (oder wer immer dafür nun genau verantwortlich war – ausnahmsweise waren mal nicht die deutschen Verlage schuld) ausgedacht hat, in jeden Romantitel die jeweilige Bandnummer einzubauen, damit selbst dem dümmsten Leser klar wird, um welche Nummer es sich gerade handelt. Eigentlich ist das auch gar keine so schlechte Idee … Aber wenn, sollten diese Nummern im Titel auch zumindest ein bisschen Sinn ergeben! Wo ist in diesem Roman bitte der Titelgebende „dritte Grad“ zu finden? Dann doch lieber einen Zusammenhalt der Romantitel wie bei Nora Roberts „In Death“ Serie – da enden im Original nämlich alle Titel mit „In Death“ (auch wenn man ausgerechnet hier nichts aus dem Original übernommen hat und die Romane stattdessen lieber mit kitschig-schwülstigen Titeln im Stil drittklassiger Liebesromanhefte tituliert hat).

Alles in allem ein sehr zu empfehlender Roman, der deutlich spannender und dramatischer als die ersten beiden Lindsay-Boxer-Krimis ist.

Bewertung:


© Martin Palm

 

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