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Rezension - Der Augensammler

Sebastian Fitzek
Der Augensammler

Thriller, Hardcover
Droemer/ Knaur Verlag München, Juni 2010
448 Seiten/ 16,95 €
ISBN: 9783426198513

Die Zeit läuft. In 45 Stunden werden die Kinder getötet und ihnen das linke Auge entfernt.
Der Augensammler spielt ein perfides Spiel, nach seinen Regeln, an die er sich hält. Doch der Spieleinsatz ist sehr hoch, denn die Mütter der Kinder überleben das Grauen nicht.
Bisher gibt es keine Hinweise auf den Täter, denn er hinterlässt keine Spuren. Bis er zufällig an eine blinde Physiotherapeutin gerät, die durch Körperberührung den Augensammler zu erkennen glaubt. Die Polizei glaubt ihr nicht, aber der Journalist Alexander Zorbach stürzt sich geradezu auf die Informationen der blinden Frau. Denn unerklärliche Dinge machen ihn zum Hauptverdächtigen, und Zorbach setzt alles daran, seine Unschuld zu beweisen und das Leben der Kinder zu retten. Leider übersieht er dabei einen wesentlichen Aspekt, der ihm am Ende zum Verhängnis wird …

Meine Erwartungen an diesen Roman waren hoch. Zu hoch wahrscheinlich nach den vorangegangenen Büchern des Autors. Leider konnte Sebastian Fitzek sie mit dem Augensammler nicht erfüllen. Zum ersten Mal schien er an seine eigenen Grenzen gestoßen zu sein, was die Raffinesse seiner Storys ausmacht, denn zum ersten Mal konnte ich als Leser die Handlung vorausahnen, da die Motivation des Täters allzu früh offenbart wurde. Da halfen auch die Theorien des Polizeipsychologen nicht mehr, um die Sache zu verwirren. Spätestens in dem Moment, als Zorbach seinen Sohn das erste Mal vertröstet, wird klar, worum es geht. Auch die rückwärtslaufende Nummerierung der Seiten und Kapitel gibt einen entscheidenden Hinweis darauf, wie das Buch enden wird. Dann folgen Hinweise, die allzu offensichtlich preisgegeben werden und damit dem Spannungsaufbau nicht sehr dienlich sind. All diese negativen Aspekte werden nur Lesern aller Romane von Sebastian Fitzek auffallen. Wer den Augensammler als erstes Buch von ihm liest, wird von der Idee und deren Umsetzung begeistert sein, denn auch wenn ich hier von Vorhersehbarkeit und mangelnder Spannung schreibe, so ist dieses Buch dennoch durchdachter und ausgetüftelter als viele andere des Genres. Nur reicht es eben nicht an die vorangegangenen Werke von Fitzek heran.
Einen Großteil der Handlung widmet der Autor der blinden Physiotherapeutin Alina Gregoriev. Dass er dafür bestens recherchiert hat, kommt im Text gut rüber und verschafft dem Leser nebenbei noch ein paar Einblicke in den Alltag eines blinden Menschen. Neben ein paar moralischen Fragen, die er dabei aufwirft, nutzt er diese Protagonistin, um der Story einen übersinnlichen Aspekt zu verleihen. Vielleicht war genau das auch etwas zu viel des Guten, um letztendlich glaubhaft bleiben zu können.

Fazit:
Meine Erwartungen waren zu hoch. Das weiß ich nun und bin etwas enttäuscht. Aber auch ein wenig nachdenklich, weil das Thema, die Motivation des Augensammlers, jeden betreffen kann. Denn jedes Kind hat einen Vater …

Bewertung:



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