Renate Behr
Dawson City 1915
Thriller, Hardcover
Persimplex Verlag, Wismar, 2008
230 Seiten / 19,90 €
ISBN: 9783940528445
Mit »Dawson City 1915« gibt es ein weiteres Abenteuer mit und um die amerikanische Journalistin Ronda Baker. Sie hat inzwischen das zweite Kind geboren, ein kleines Mädchen mit Namen Elizabeth. Der Großvater ihres Mannes, ein alter Indianer, hat zu Ronda gesagt: »Diese ist wie du«. Und dass selbst dieses kleine Mädchen, gerade einmal sieben Monate alt, Kontakt zu längst verstorbenen Indianern aufnehmen könnte, können sich Ronda und Miles nicht vorstellen. Ronda will mit ihrem Mann und den beiden Kindern nach Dawson City fahren, um den Pachtvertrag für ihr geerbtes Grundstück zu überprüfen. Als sie ihren Sohn JayJay im Reservat bei Miles Großvater abholen wollen, sagt der alte Mann zu Ronda, dass eine neue Aufgabe sie erwartet und dass sie auf gar keinen Fall die Kinder mitnehmen darf nach Dawson City. Schweren Herzens lässt Ronda beide Kinder bei Miles Großvater.
In Dawson City ereignen sich merkwürdige Dinge. Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung zeigt ungewöhnliches Interesse für das alte Grundstück und Rondas Visionen bekommen eine andere Qualität. Sie sieht und hört die Geister aus der Vergangenheit jetzt auch, wenn sie nicht träumt. Miles muss zurück nach Fairbanks, sein Urlaub ist zu Ende. Ronda will bis zum Wochenende bleiben, um mit ihren Recherchen fortzufahren. Aber dann verschwindet sie plötzlich spurlos. Alle Versuche, die Miles unternimmt, um sie zu finden, sind ohne Erfolg.
Sein Großvater rät ihm schweren Herzens, die kleine Elizabeth mitzunehmen, da nur sie in der Lage sei, einen Weg zu Ronda zu finden. Dass der alte Mann beim Abschied weint, bricht Miles und seinem Freund Billy fast das Herz. Ihnen ist klar, dass ein gefährliches Abenteuer auch auf das kleine Mädchen wartet.
Renate Behr ist mit diesem dritten Teil ihrer Ronda-Baker-Reihe einmal mehr ein sehr spannender Roman gelungen. Dieser dritte Roman ist um einiges anspruchsvoller und fordert wirklich die totale Aufmerksamkeit des Lesers. Aber auch dieses Mal fällt es wieder ausgesprochen schwer den Roman aus der Hand zu legen, wenn man ihn einmal angefangen hat. Bücher von Renate Behr sollte man nicht abends zu lesen anfangen, wenn man am nächsten Tag arbeiten muss.
Der Schreibstil ist sehr eingängig und die Weiterentwicklungen, die die Hauptpersonen in ihren Romanen durchleben, ist für den Leser außerordentlich gut nachvollziehbar. Ich hoffe sehr, dass »Dawson City 1915« noch nicht das letzte Buch über die Abenteuer von Ronda Baker sein wird. Ich bin mir sicher, dass die Autorin mit diesen Büchern auch Menschen fasziniert, die eigentlich weniger Interesse an diesem Genre haben. Neben der lebendigen Schilderung der Charaktere und Begebenheiten überzeugt Renate Behr wieder einmal durch die exzellenten Orts- und Geschichtskenntnisse, die dieses Buch so außergewöhnlich machen. Weiter so.
© Wally |