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Rezension - Das verlorene Symbol

Dan Brown
Das verlorene Symbol

Thriller, Hardcover
Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach, Oktober 2009
765 Seiten / 26,00 €
ISBN: 9783785723883

Unter Vortäuschung falscher Tatsachen wird Robert Langdon nach Washington gelockt. Er glaubt, dort einen Vortrag halten zu müssen und reist dementsprechend vorbereitet an. Was er nicht weiß, ist, dass er benutzt wird. Nicht das fehlende Publikum für den Vortrag ist das Beängstigende an der Situation, sondern die abgetrennte Hand mit seltsamen Tätowierungen versehen, die auf Langdon wartet. Denn eines erkennt der Symbologe sofort, diese Hand ist nicht irgendeine Hand, sondern die seines Freundes Peter Solomon und sie symbolisiert die sogenannte Mysterienhand. Langdon ahnt, dass seine Reise nach Washington nicht umsonst war, sondern er wieder einmal all seine Fähigkeiten unter Beweis stellen muss. Allerdings wird er zunächst vom CIA in Person von Inoue Sato ausgebremst, die scheinbar ganz andere Ziele verfolgt als die Rettung von Peter Solomon.
Eine Jagd durch Washington beginnt und führt Langdon an Orte, die er unter normalen Umständen nie zu Gesicht bekommen hätte. Doch der Mann, der ihn nach Amerika gelockt hat, ist bereit, für ein Geheimnis alles, wirklich alles zu tun.

Lange haben die Leser auf den dritten Roman um Robert Langdon warten müssen. Im Vorfeld wurde spekuliert, worum es in diesem Buch gehen würde, bis kurz vor Erscheinen sickerte lediglich durch, dass die Handlung dieses Mal nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Vatikan stünde und es um Freimaurer gehe. Die gesamte Handlung, und diese umfasst gerade mal 12 Stunden, spielt sich dieses Mal in Washington ab. Das ist der große Unterschied zu »Illuminati« und »Sakrileg«, denn woran Dan Brown auch in diesem Roman festhält, ist die Figurenkonstellation. Schnell lassen sich Parallelen zwischen den Protagonisten aller drei Romane finden, und deshalb kommt es zu Situationen, die nicht das Überraschungsmoment bergen, die sich der Autor sicher erhofft hatte. Besonders die Enthüllung von Mal’akhs wahrer Identität kam nicht mit dem Effekt daher, wie es vielleicht geplant war. Dennoch störte dies alles die Gesamthandlung nicht sonderlich, denn Brown wartete mit einer Menge an symbologischen Raffinessen auf und lud den Leser anhand von Skizzen zum Miträtseln ein. Ich für meinen Teil denke, dass das auch den entscheidenden Unterschied zu den Vorgängerromanen ausmacht. Obwohl es mir in den meisten Fällen nicht gelang, dem Rätsel während des Lesens selbst auf die Spur zu kommen, auch wenn die Auflösungen oftmals als sehr simpel dargestellt wurden.
Desweiteren ist Dan Brown natürlich ein »Meister des Cliffhanger«. Beinahe jedes Kapitel endete mit einem solchen und ab einer bestimmten Seitenzahl war es beinahe unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen, denn die Andeutungen am Ende der Kapitel führten dazu – ob ich wollte oder nicht – dass ich weiterlesen musste. Mit »ab einer bestimmten Seitenzahl« räume ich allerdings ein, dass die ersten ca. 200 Seiten, die die weitere Handlung einleiten, zunächst wenig der Spannung bergen, die ich vom neuen »Dan Brown« erwartet hatte. Dieses Mal nimmt sich Brown sehr viel Zeit, um Action und Spannung vorzubereiten, was leider auch auf Kosten des Protagonisten Robert Langdon geschieht. Langdon sind die Hände gebunden. Er darf nicht so agieren, wie er es könnte. Nach zwei ähnlichen Fällen sollte er in der Lage sein, selbstständig zu agieren und Entscheidungen zu treffen, doch allzu oft wird er dieses Mal ausgebremst. Seine Fähigkeiten kommen erst sehr spät zum Einsatz, er wird bis zu einem bestimmten Zeitpunkt durch die Handlung geführt, bis er endlich Eigeninitiative ergreift. Nach den vorangegangenen Büchern entstand bei mir der Eindruck, dass er nichts gelernt hat, dass die Entwicklung seiner Persönlichkeit stagnierte. Schade, denn Robert Langdon ist ein Protagonist, auf dessen »Wiederlesen« ich mich gefreut hatte.
Trotz all der Abstriche, die ich machen musste, ist Dan Brown mit diesem Roman doch wieder ein Geniestreich gelungen. Die Verbindung von Wissenschaft, Geschichte und Religion in diesem Thriller sucht in dieser Qualität seinesgleichen. Auch der Einblick, den er in das Freimaurertum gibt, sei es nun wahr oder erfunden, es hört sich zumindest glaubhaft an, der ebenfalls die Verbindung von Wissenschaft und Religion zum Inhalt hat, regen zum Nachdenken an und legen letztendlich doch wieder eine Verbindung zur Kirche und zum Glauben. Aber das genau ist es, was ich als Leser erwartet hatte und deshalb meine Begeisterung die aufgeführten Mängel deutlich überwiegt.

Fazit:
Dan Brown ist mit diesem Roman eine Mischung aus altherkömmlichen Motiven vor einem neuen Schauplatz und neuen Erkenntnissen gelungen, der eine klare Botschaft vermittelt: Wissenschaft und Religion schließen einander nicht aus, wie die Jahrtausende währende Geschichte unserer Welt beweist.

Bewertung:



© Anke Brandt

 

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