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Das dritte Gesicht

Das dritte Gesicht
von Sidney Sheldon

Hardcover-Erstausgabe 1999
381 Seiten/8,00 €
Blanvalet Taschenbuch

Die junge Ashley Patterson fühlt sich verfolgt und bangt um ihr Leben. Als eine Serie von Morden an Männern geschieht, fällt der Verdacht auf sie – merkwürdigerweise hat sie des Öfteren starke Erinnerungslücken. Doch damit beginnt erst richtig der Schrecken: Sie, die fest von ihrer Unschuld überzeugt ist, wird zweifelsfrei der Morde überführt – doch als es zum Prozess kommt, bringt der Staranwalt David Singer unglaubliche Tatsachen zum Vorschein...

Es kommt selten vor, dass ich innerhalb eines Tages ein ganzes Buch durchlese (also kein Heft oder Taschenbuch, sondern ein Hardcover) – und vermutlich noch seltener ein Buch, bei dem mir weite Teile der Lösung schon bekannt waren. Im Gegenteil, letzteres hat meinen Entschluss, dieses Buch zu lesen, im Nachhinein wohl nur noch verstärkt. Dieses Buch ist wirklich sehr gut, ich konnte es wahrhaft kaum aus der Hand legen (und das trotz mir bereits bekannter Lösung!).
Die Auflösung ist lückenlos, alles wird bis ins kleinste Detail aufgeklärt (sogar, woher dieses merkwürdige Lied stammt, das des Öfteren im Roman vorkommt und warum Dr. Patterson ausgerechnet David Singer mit dem Fall beauftragt hat). Zwar wurde der Gerichtsprozess sehr ausführlich beschrieben und hätte dort unter Umständen ein wenig gekürzt werden können, allerdings legt Sheldon einen sehr angenehmen Schreibstil an den Tag, der, anders als bei vielen anderen Autoren, frei von jeder Holprigkeit ist und durch den sich das Buch sehr flott lesen lässt. Auch hält sich der Autor kaum mit überflüssigen oder ausgewalzten Szenen auf (von ein paar Befragungen innerhalb der Gerichtsverhandlung mal abgesehen). Es kommen kaum Füllwörter im Roman vor und die Dialoge sind glaubhaft.
Interessant ist dabei übrigens auch, dass dieser Roman praktisch zwei Hauptpersonen hat: Einmal steht die Geschichte um Ashley Patterson im Vordergrund und auf der anderen Seite der Anwalt David Singer, wobei diese Tatsache dem Buch keinen Abbruch tut. Und trotz aller Ernsthaftigkeit des Themas wirft Sheldon das ein oder andere Mal ein paar lustige Sprüche ein. Ich freue mich auf jeden Fall, Sidney Sheldons Romane für mich entdeckt zu haben – schade allerdings, dass er nur wenige Tage, nachdem ich dieses Buch las, verstorben ist. Alles in allem sehr zu empfehlen!

Auf ein Cover wurde verzichtet, da das Buch mittlerweile in verschiedenen Auflagen zu unterschiedlichen Preisen erhältlich ist.

© Martin Palm

 

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