Douglas Preston
Credo - Das letzte Geheimnis
Thriller, Hardcover
Droemer/Knaur, München, Juni 2008
592 Seiten / 16,95 €
ISBN: 9783426197981
In einem abgelegenen Labor erforschen Wissenschaftler eine neuartige Energiequelle. Plötzlich gerät der gigantische Teilchenbeschleuniger außer Kontrolle – und aus seinem Inneren wird eine Botschaft gesendet, ein einfaches »Willkommen«. In den Wissenschaftlern keimt ein Verdacht ... doch ist es wirklich möglich, dass Gott selbst zu ihnen spricht?
Wyman Ford, Ermittler für besondere Angelegenheiten, erhält von der Regierung den Auftrag, das ehrgeizige Forschungsprojekt zu überwachen, das in der Abgeschiedenheit eines Indianerreservats vor der Öffentlichkeit geheim gehalten werden soll. Er findet heraus, dass die Wissenschaftler mit einer offensichtlich übermenschlichen Intelligenz kommunizieren, die behauptet, Schöpfer des Universums zu sein – und etwas Unglaubliches verlangt: Die Menschheit soll allen alten Glaubensgrundsätzen abschwören und die Naturwissenschaften als einzig gültige Religion anerkennen. Ford kann nicht verhindern, dass diese Information nach außen dringt. Ein skrupelloser Fernsehprediger sieht seine große Stunde gekommen. Mit einer einzigartigen Hetzkampagne stachelt er religiöse Fundamentalisten auf, die Blasphemie im Keim zu ersticken. Als ein wütender Mob droht, das Labor zu stürmen, eskaliert die Situation.
Douglas Preston greift in »Credo - Das letzte Geheimnis« eine Thematik auf, die aktueller denn je auch für uns hier in Europa ist. Ein Amerikaner und ein Spanier klagten vor Gericht gegen das europäische Elementarteilchen-Labor CERN. Sie befürchteten das Ende der Welt, wenn die Physiker am größten Teilchenbeschleuniger der Welt ihre neue Protonenkanone anschalten.
Die Kläger argumentieren mit winzigen schwarzen Löchern, die entstehen können, wenn im neuen Large Hadron Collider (LHC) Protonen mit hoher Geschwindigkeit aufeinander geschossen werden. Diese Möglichkeit besteht in der Tat.
Der Autor vereint in seinem spannenden Thriller aktuelle Ansichten aus den Bereichen der Religion und Wissenschaft. Er entwickelt mit Wyman Ford, der bereits in »Der Canyon« in einer Nebenrolle brillierte, seinen Hauptprotagonisten, der als Ermittler für besondere Angelegenheiten zunächst kaum eine Rolle spielt, jedoch im Zuge der Entwicklung des Romans das Ruder immer mehr in die Hand nimmt.
Douglas Preston versteht es erneut, die vielen Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen, und entwickelt dabei von Seite zu Seite ein rasantes Tempo. Ohne jegliche Schnörkel liest sich der Thriller recht flott, ohne dabei den Überblick zu verlieren.
Sehr gut in Szene gesetzt ist das Leben der Navajos in ihrem Reservat, die trotz hochmoderner Technik kaum etwas davon haben.
Fazit:
»Credo - Das letzte Geheimnis« ist ein Roman, der zum Denken anregt. Greift doch der Autor Douglas Preston ein Thema auf, welches nicht nur Wissenschaftler beschäftigt, sondern die gesamte Menschheit. Gerade in der heutigen Zeit scheint es wichtig, sich bei der Forschung und Entwicklung neuester Technologien stets die damit verbundenen Risiken vor Augen zu führen.
© Wolfgang Brandt |