Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Hardcover anderer Autoren / Romanhelden Thriller - Choral des Todes


Rezension - Choral des Todes

Jean-Christophe Grangè
Choral des Todes

Thriller, Hardcover
Lübbe, Bergisch Gladbach, Oktober 2009
571 Seiten/ 19,99 €
ISBN: 9783431037937

Der Schrei.
Alles beginnt damit. In einer armenischen Kirche wird ein Organist ermordet, was den Auftakt zu weiteren unerklärlichen Ritualmorden darstellt. Lionel Kasdan, ein pensionierter Kommissar armenischer Herkunft, ist zufällig vor Ort des ersten Mordes. Jedoch kommt er nur um Sekunden zu spät. Ein Mord in seiner Kirchengemeinde! Er fühlt sich dazu berufen, die Morde aufzuklären. Dabei wird er, anfangs ungewollt, von einem jungen russischstämmigen Polizisten namens Volokin unterstützt, der eigentlich aufgrund seines Drogenkonsums beurlaubt ist. Dieses ungewöhnliche Duo, das gar nicht dazu befugt ist Ermittlungen zu führen, kommt nach und nach einem grauenvollen Geheimnis näher. Der Schlüssel zu diesem Geheimnis scheinen unschuldig wirkende Kinder zu sein, die in eine Welt voller dunkler und böser Machenschaften führt. Dabei geraten beide in Lebensgefahr. Werden sie das Geheimnis lösen können?

Mit »Choral des Todes« hat Grangé es wieder geschafft, neue tiefe menschliche Abgründe darzustellen. Dabei greift er wie in »Das Herz der Hölle« das Thema Theologie auf, aber vermischt dies geschickt mit geschichtlich politischem Hintergrund. Es gelingt ihm, beide Hauptprotagonisten in diese Handlungsstränge zu verflechten. Wobei viel dem Zufall überlassen wird, was in der Realität zu viel des Guten wäre. Jedoch entschädigen die Charaktere diese Ungereimtheiten. Zu einem ist da der pensionierte Polizist und Kriegsveteran mit seinen alten Methoden zur Ermittlungsarbeit, die auch vor Gewalt gegenüber Verdächtigen nicht halt macht, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen.
Zum anderem agiert der drogenabhängige, russische Schönling und Kickboxmeister mit seinem neuesten Computerwissen gepaart mit psychologischem Einfühlungsvermögen. Trotz dieser Unterschiede, oder vielleicht gerade deswegen, verbindet sie viel. Beide haben mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen und arbeiten voller Hingabe in ihrem Beruf. Jeder sieht im anderem den guten Polizisten. Dem Auftakt zu einer gemeinsamen Ermittlung steht damit nichts mehr im Wege.

Beim Lesen fällt auf, dass Grangé im Vergleich zu seinen letzten beiden Büchern bei der Beschreibung vom Zustand der Opfer nachlässt. Die Nackenhaare haben sich mir in gewohnter Weise nicht aufgestellt. Auch der Ekel und bizarre Bilder vor meinem inneren Auge sind zum größten Teil ausgeblieben. Im Gegenteil - teilweise musste ich über einige Stellen im Buch schmunzeln. Trotzdem hat Grangé es geschafft, die Handlungsstränge bis kurz vorm Finale in erwarteter Form perfekt verbinden. Jedoch ist er zum Schluss ein Opfer seines eigenen Ideenreichtums geworden.
Insgesamt lässt sich sagen, dass »Choral des Todes« sich an »Das Herz der Hölle« messen kann. Aber nicht so gut gelungen ist wie »Das schwarze Blut«.

Fazit:
Extrem spannend bis zum Schluss - düster, grausam, brutal - typisch Grangé.

Bewertung:



© Yeliz Tüvür

 

© by 2009
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox