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Rezension - Ausgelöscht

Cody McFadyen
Ausgelöscht

Thriller, Hardcover
Lübbe, Köln, März 2010
459 Seiten / 19,99 €
ISBN: 9783785723906

»Ich bin ganz nah. Und ich habe ein Geschenk für dich, Special Agent Barrett.« Smoky Barrett sieht von ihrem Handy auf. Die anderen Hochzeitsgäste beobachten gespannt das Brautpaar vor dem Altar. Da durchbricht Motorenheulen die Stille. Ein Lieferwagen hält auf dem Parkplatz. Die Türe öffnet sich, und eine Frau wird auf die Straße gestoßen. Ihr Kopf ist kahl geschoren, und sie trägt ein weißes Nachthemd. Sie taumelt auf das Brautpaar zu und fällt auf die Knie. Ihre Haut ist von blutigen Ritzern übersät. Sie verzerrt das Gesicht und stößt einen lautlosen Schrei aus. Wer ist diese Frau? Smoky findet heraus, dass sie vor sieben Jahren spurlos verschwunden ist. Aber sie kann nicht über das reden, was ihr zugestoßen ist: Jemand hat eine Lobotomie an ihr durchgeführt und die Nervenbahnen ihres Gehirns durchschnitten. Sie ist nicht tot, vegetiert aber als leblose Hülle vor sich hin. Smoky hat es mit einem Serientäter zu tun, der weiß, dass es für einen Menschen Schlimmeres gibt als den Tod. Nur eines ist sicher: Es wird weitere Opfer geben. Und Smoky könnte das Nächste sein.

Wie in den drei Büchern zuvor sind Smoky Barrett und ihr FBI-Team die Hauptakteure in »Ausgelöscht«.
Es beginnt mit Zusammenfassungen der wichtigsten Eigenschaften des Teams. Mit dieser Hilfe fällt das Lesen für Smoky-Einsteiger weniger schwer, für Kenner der Serie wird es erst nach etwa 50 Seiten spannend.
Hauptbestandteil des Romans ist die Suche nach dem Serientäter. Vor allem wird im Internet recherchiert. Die Suche beginnt in einschlägig frauenfeindlichen Chatrooms.
Nebenhandlung ist die Vergangenheit des Täters. So aufmerksam man die Kapitel auch liest, sie geben keinen Aufschluss auf den Täter.
Neben der Jagd und der Suche nach weiteren Opfern steht das Privatleben der Smoky im Vordergrund. Eine gewisse Normalität durchzieht den Roman. Oft befindet man sich in ganz alltäglichen Szenen, wie dem Frühstück oder zu Bett gehen und die ersten Pubertätsprobleme mit Schicksalstochter Bonnie.
Die Taten erscheinen noch grausamer und unmenschlicher dadurch. Es wird scheinbar mehr auf die Fantasie des Lesers gesetzt. Vieles wird nur indirekt beschrieben, doch in den eigenen Gedanken tauchen zusätzliche Bilder auf. Besonders die, zum Glück unzureichende Beschreibung der Lobotomie und die Dunkelheit führen zu erdrückenden eigenen Vorstellungen. Der Atem stockt oftmals, und abends im Bett sieht man sich nach links und rechts um, um sich zu vergewissern, dass niemand dort ist. Denn der gesuchte Serientäter scheint überall zu sein und dem FBI-Team dadurch überlegen.

Auf blutige Szenen wird, nicht wie in » Die Blutlinie« und » Der Todeskünstler« komplett verzichtet, die brutale und derbe Schreibweise fast verschwunden.
Cody McFadyen beweist seine Kreativität und seinen Hang zu unglaublichen menschlichen Abgründen.
Leider wirken einige Szenen sehr überdreht und unglaubwürdig. Es bleibt abzuwarten, was die Fortsetzungen zu bieten haben. Denn mehr Grausames, Unwirkliches und Abgedrehtes kann dem Team und Smoky nicht mehr angetan werden.

Fazit:
Alles in allem ist ihm mit »Ausgelöscht« ein spannender und erdrückender Thriller gelungen. Die Story ist nichts für schwache Nerven und bietet ein wirklich unvorhersehbares Ende.

Bewertung:



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