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Solarstation

Solarstation
Von Andreas Eschbach

Bastei-Lübbe (Lübbe Verlagsgruppe)
Erschienen 1996, Taschenbuch
316 Seiten/12,90 DM

Wir schreiben das Jahr 2015:
Nur die Japaner betreiben noch die Erkundung des Alls fort. Alle anderen Staaten haben diese kostspielige Nutzung mittlerweile aufgegeben. Die NIPPON ist eine Solarstation, die die Erde mit gebündelter Solarenergie aus der Ölmisere heraushelfen soll. Doch in letzter Zeit gehen die Tests immer schief, die zuvor immer geklappt haben. Ist ein Verräter an Bord?
Leonard Carr war der einzige Amerikaner, der auf der japanischen Raumstation NIPPON seinen Dienst verrichtete. Sie behandelten ihn nicht gerade wie einen Aussätzigen, aber er bekam doch zu spüren, wie man sich als Ausländer fühlte. Und er wurde eigentlich nur geduldet, obwohl er neben dem Kommandanten Moriyama der wichtigste Mann an Bord war: Putzfrau und Mädchen für alles!

Das bekamen sie alle zu spüren, als eines Morgens die Funkanlagen ausgestiegen waren, und die Leiche des Kollegen Iwabuchi’s aufgefunden wurde. Und wenn sie meinten, sie seien damit vom Regen in die Traufe gekommen, dann wussten sie zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass es nur noch einige Stunden dauern würde, bis ein Enterkommando die Solarstation einnehmen würde. Von da an ging es nur noch bergab...

Andreas Eschbach wird als einer der vielversprechendsten Autoren der jüngeren Generation gehandelt, der mit einem deutschen Michael Crichton zu vergleichen sei. Die Lobhudelei klingt gut, ist aber auch nur eine weitere Verkaufsstrategie, wie sie der Verlag gerne auf seinen Büchern zu platzieren versucht, um diese auf diese Weise an den Mann/die Frau zu bringen. Ich selber griff zum Roman, weil mir „Das Jesus-Video“ gefiel – nicht gerade vom Hocker haute, aber es war gut und spannend geschrieben – und dass es sich bei vorliegendem Roman um eine Art von „Stirb langsam“ im Weltraum handeln würde. John McClane lässt also grüßen!
Und nun alle gemeinsam: Yekedi ay yey, motherfucker!
Der Roman liest sich wirklich flott, und das gebe ich mit gutem Gewissen weiter. Vor allem, wenn bedenkt wird, dass ich seit Jahren nur englische Literatur lese, d.h. möglichst die Autoren in ihrer Muttersprache genieße. Es kristallisiert sich nämlich gleich zu Anfang heraus, dass der Autor – ohne belehrend zu wirken – Wissen vermitteln kann und auch tut, aber vor allem auch einfach unterhalten will. Der Roman ist von Anfang an unterhaltsam, und ständig geschieht irgend etwas, wenn man das Gefühl bekommt, das muss es dann wohl gewesen sein. Gelegentlich kommt dieses McClane-Feeling auch auf: Des Einzelgängers, der sich in einer hoffnungslosen Lage befindet, und sich daraus einen Weg suchen muss. Positiv hebe ich jedoch hervor, dass der Autor selber gut weiß, dass es sich auf die Gesundheit sehr schlecht auswirkt, wenn in einer Raumstation rumgeballert wird. Und wer zu diesem SF-Roman greift, um genau dieses Gefühl geliefert zu bekommen, der soll sich doch lieber beim Gamen einem Ego-Shooter zuwenden.

© Michel Wuethrich

 

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