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Rezension - STAR WARS - Ein Sturm zieht auf

Alan Dean Foster
STAR WARS
Ein Sturm zieht auf
Originaltitel: STAR WARS: The Approaching Storm, USA 2003
Aus dem Englischen von Michael Nagula
Titelfoto von Steven D. Anderson
Titelgestaltung von HildenDesign

Science-Fiction, Paperback
Blanvalet, München, November 2008
429 Seiten / 13,00 €
ISBN: 9783442370931

www.lucasfans.de

Die Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi und Luminara Unduli sollen mit ihren Padawanen Anakin Skywalker und Barris Offee dafür sorgen, dass der Planet Ansion nicht aus der Republik austritt und sich den Separatisten anschließt. Sollte dies nämlich geschehen, hätte das zur Folge, das auch andere strategisch wichtige Welten, dem Beispiel folgen würden. Daher erachtet es der Rat der Jedi, gleich zwei erfahrene Jedi-Ritter mitsamt ihren Padawanen nach Ansion zu entsenden. Doch die Separatisten setzen alle Hebel in Bewegung und heuern den mächtigen Hutt Soergg an, um die Jedis zu vernichten – und er hat da auch schon einen todsicheren Plan …

Alan Dean Foster ist im Bereich der modernen Science-Fiction-Literatur fast schon Legende. Er schrieb nicht nur die Romane der ersten drei ALIEN-Filme, sondern auch eine erkleckliche Anzahl von STAR STREK-Büchern. Für das STAR WARS-Universum hat er erst wenige Beiträge abgeliefert. Sein neuester Roman erzählt die Vorgeschichte des zweiten Filmes der neuen Trilogie »Angriff der Klonkrieger«. Neben dem bekannten und beliebten Duo Kenobi und Skywalker nutzt Foster die Gelegenheit, zwei weitere interessante Jedi-Charaktere zu schaffen, die für den Spannungsaufbau immens wichtig sind, denn immerhin braucht man um das Wohlergehen von Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker nicht wirklich zu bangen. Bis auf die beiden Jedi-Ritter geht Foster allerdings äußerst sparsam mit Erwähnungen oder gar Auftritten bekannter Figuren aus den Filmen um. Weder R2-D2 noch Padme Amidala werden mit einer Silbe erwähnt, obwohl Letztere ja einen nicht unbeträchtlichen Eindruck bei Anakin hinterlassen hat. Im vorliegenden Roman allerdings geht es eher um die Sehnsucht des jungen Padawans nach seiner Mutter und seiner zurückgelassenen Heimat. Hier nutzt der Autor die Gelegenheit Anakins inneren Zwist zwischen Pflichterfüllung und Heimweh gekonnt herauszuarbeiten, und die ersten Anzeichen zerstörerischer Arroganz bahnen sich bereits ihren Weg an die Oberfläche seines Charakters. Der Autor hat sich mit der Beschreibung der Gefühlsleben der Protagonisten und mit den Gesetzen und Regeln der Jedi sehr viel Mühe gegeben, was leider auf Kosten der Dramaturgie geht.
Einen richtigen Spannungsbogen sucht man vergebens, denn trotz vieler kleiner Hürden, Hindernissen und Scharmützel bangt man in den wenigsten Fällen um das Leben der Jedis. Selbst die beiden neuen Charaktere Luminara und Barris wirken meistens viel zu überlegen. So plätschert die Handlung knapp 430 Seiten vor sich hin und konfrontiert den Leser mit einer weiteren Wüstenwelt und einer sorgfältig gezeichneten Kultur, die sich aber nicht wirklich grundlegend von den Wüstenvölkern unterscheidet, wie sie auf der Erde leben. Gut gelungen sind Foster hingegen die Beschreibungen der bizarren Lebewesen Ansions und ihrer Ökologie. Doch immer wieder werden die Ereignisse von langatmigen Zwischenspielen unterbrochen, in denen die intriganten Drahtzieher der Separatistenbewegung um politische Ränkespiele debattieren. Lichtschwertduelle sind Mangelware, Raumschiffschlachten komplette Fehlanzeige. Selbstverständlich muss es nicht an jeder Ecke krachen, aber ein wenig mehr Action hätte dem Roman deutlich besser zu Gesicht gestanden, denn immerhin ist STAR WARS ein visuelles Phänomen, das in der Fantasie der Fans einige pompöse Effekte auslösen sollte.
Ein schönes Extra des Buches ist die Auflistung der bisher publizierten STAR WARS-Romane, und wie sie zeitlich einzuordnen sind.

Das nichtssagende Cover zeigt Obi-Wan und seinen Padawan, wie man sie kennt: Kenobi besonnen und konzentriert, Skywalker selbstbewusst und arrogant. Im Hintergrund ist das reizvolle Antlitz von Luminara zu erkennen. Doch ansonsten wird der Fan nicht wirklich neugierig gemacht.

Fazit:
Foster hat viel Wert auf die Charakterzeichnung der Jedis gelegt und die Story außer Acht gelassen. Spannung kommt nur ansatzweise auf und Action in der Tradition der Filme sucht der Leser vergebens. Kein typischer STAR WARS-Roman, der nur echten Fans ans Herz gelegt sei.

© Florian Hilleberg

 

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