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Rezension - Sissi die Vampirjägerin

Claudia Kern
Sissi die Vampirjägerin - Scheusalsjahre einer Kaiserin
Panini 2/2011
Umschlagmotiv: Jürgen Speh
Umschlaggestaltung: tab indivisuell, Stuttgart

Broschiert
Panini Books, Stuttgart, Februar 2011
320 Seiten / 12.95 €
ISBN: 9783833222542

Weitere Informationen unter www.paninicomics.de

Niemand weiß es, und doch ist es wahr – der europäische Hochadel ist von Vampiren durchsetzt.
Gut, dass es einen Orden gibt, der sich seit dem Alten Ägypten dem Kampf gegen die Blutsauger verschrieben hat.
Blöd, dass sich ausgerechnet Sissi, eine Vampirjägerin, in Kaiser Franz-Josef verliebt – einen Vampir. Damit sind die Pläne des Ordens zunichtegemacht, denn eigentlich sollte Sissis Schwester den Kaiser ehelichen, um so die Vampire subversiv auszuschalten.
Wie wird sich diese groteske Situation entwickeln?

Und wieder ein Mash-up. Aber anders als Heidi und die Monster konnte mich dieser Roman nicht erreichen.
Dies liegt nicht an Claudia Kern, die mit Witz und Können die Geschichte vorantreibt. Ihr gelingt es durchaus, die sattsam bekannte Romy-Sissi in eine Vampirjägerin zu verwandeln und den Kitsch zu vertreiben, der mit diesem Thema einhergeht.
Vielleicht liegt es daran, dass mich das Grundthema nie sonderlich interessierte. Elisabeth und Franz-Josef, das Attentat auf sie und allgemein die Zeit der Doppelmonarchie ging an mir vorbei. Und Sissi – die Filme, meine ich nun, kenne ich auch nur in Ansätzen.
Daher finde ich es persönlich auch nicht sonderlich erheiternd, eine solche Figur in Gestalt einer Vampirjägerin zu sehen. Oder den Kaiser als Blutsauger. Es gibt mir nichts, ich habe keine Beziehung zu den Figuren, der Handlung oder der Zeit, in der es spielt.
Schriftstellerisch bewegt sich der Roman auf hohem Niveau, denn Claudia Kern versteht ihr Handwerk. Dies hat sie bereits verschiedentlich unter Beweis gestellt und auch hier enttäuscht sie nicht. Weder verliert sie sich in dem Schmal, der dem Original zu eigen ist, noch zieht sie die Story allzu sehr ins Lächerliche. Sie trifft den richtigen Ton und hält ihn bis zum Schluss.
Wer also ein solches Mash-up mag, findet in diesem Roman spannende, kurzweile Unterhaltung, geschrieben von einer Autorin, die ihr Handwerk versteht.
Wer solchen Romanen nichts abgewinnen kann, sollte tunlichst die Finger davon lassen.

Fazit:
Spannend, unterhaltsam – wenn man es mag.

Copyright © 2011 by Gunter Arentzen

 

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