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Jürgen Sprenzinger Sehr geehrtes Finanzamt – Mein Geld brauche ich jetzt selber Titelfoto von UntitledOne productions inc./Gettyimages Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München Humor, Paperback Sehr geehrtes Finanzamt Bereits in seinen Büchern Sehr geehrter Herr Maggi und Lieber Meister Propper hinterfragte der Autor besonders die Werbung in humoristischer Weise. In seinem Sehr geehrter Herr Hornbach hat er das bei Stellenanzeigen fortgesetzt. Allein die Anschreiben des Autors an die Behörden und Institutionen sind teilweise schon der Brüller, aber auch die Themen, die er erwählt hat und anspricht: der Milcheinschuss bei seiner schwangeren Frau, eine Raumstation, die er angeblich mit seinem Freund gebaut hat und nun ins All bringen will (die Antwort ist schlicht genial!), als Raucher, der beim Deutschen Zigarettenverband um „Fabrikkauf“ ersucht (und ohne Antwort bleibt), als Vater, der seinen 10-jährigen Sohn einen kleinen Atomreaktor bastelt und um Brennstoff und Sondergenehmigung bittet (aber auch der Bundesumweltminister verwehrt ihm die Antwort), ein Mann, der seiner Oma ein Denkmal errichten will, dann der Brief eines Mannes mit sehr engem Verhältnis zu Schaben und dem daraus resultierenden Streit mit seiner Frau, ein Mann, der vor seinem gewalttätigen Ehe-Drachen ins Asyl fliehen will (sehr lustige Antwort), einem Mann, der auf seinem Grundstück einen Verkehrslandeplatz für Flugzeuge errichten will, einem, der meint in seinem Keller auf Erdöl gestoßen zu sein, einem Computerfan, der seine Zwillinge Bit und Byte nennen will, einem, der den Bund der Vertriebenen anschreibt, weil er als Hobbykoch von seiner Frau aus der Küche vertrieben wurde oder ein Mann, der bei der Bundesvereinigung Sadomasochismus E. V. Rat sucht ... und und und – und zum guten Schluss ein Brief an Angela Merkel, der mir aus der Seele spricht und ein Antwortschreiben, bei dem ich mich ad hoc fremdschäme. Die Antwort von foodwatch (Seite 50ff) ist schlicht genial, ebenso wie der Brief aus der Augsburger Klinikum (Seite 94). Alles in allem bietet das Buch für einige Stunden Gelegenheit zu einem lustigen Ausflug in die Bürokratie und Kurzweil der etwas anderen Art. Fazit: Copyright © 2011 Alisha Bionda |