Frank Rainer Scheck (Hrsg.)
Exclusive Sammler Edition
Meisterwerke der dunklen Phantastik
Priester des Todes
Titelbild: Mark Freier
Morbide Erzählungen, Hardcover mit Schutzumschlag
Blitz Verlag, Windeck, Oktober 2010
316 Seiten / 17,95 €
ISBN: 9783898402798
- Frank Rainer Scheck: Vorwort
- Rudolf Lindau: Wahngebilde - 1889
- Heinrich Mann: Das Stelldichein - 1894
- Ricarda Huch: Lügenmärchen - 1897
- Ernst Hardt: Priester des Todes - 1898
- Thomas Mann: Der Kleiderschrank - 1899
- Paul Ernst: Die sonderbare Stadt - 1900
- Felix Hübel: Die Wachteln - 1900
- Leopold Weber: Der Schlosser Peter - 1900
- Charlotte Nisle-Klein: Der Mann mit dem Pferdekopf - 1901
- Hans Bethge: Der Sarg - 1902
- Oscar A. H. Schmitz: Die Sünde wider den heiligen Geist - 1902
- Karl Rosner: Die Nacht - 1902
- Richard Schaukal: Von Tod zu Tod - 1902
- Paul Busson: Die Dryade - 1905
- A de Nora: Geheimrat Tod - 1906
- Hermann Wolfgang Zahn: Das Mysterium von Chiswick - 1907
- Hans Heinz Ewers: Das weiße Mädchen - 1908
- John Henry Mackay : ... und wusste es nicht - 1909
- Max Dauthendey: Likse und Panulla - 1909
- Bodo Wildberg: Schlangenhaut? - 1909
- Herbert Eulenberg: Der alte Schäfer - 1910
- Georg von der Gabelentz: Jener Andere - 1911
- Alfred Döblin: Die Helferin - 1911
- Georg Heym: Das Schiff - 1911
Frank Rainer Scheck präsentiert mit seiner Sammlung alte Meister der Phantastik, die heute manchem nicht einmal mehr vom Namen bekannt sind. Nach dem Datum der Erscheinung - von 1889 bis 1911 - sortierte er die Geschichten. Auf diese Weise erhält der Leser auch einen kleinen Einblick in die Sprache der damaligen Zeit. Mit dem mittlerweile vierten Band setzt er die ausgesprochen lesenswerte Reihe Meisterwerke der dunklen Phantastik fort.
Deutschland galt lange Zeit als ein Land, aus dem der Schrecken und die entsprechenden Erzählungen kamen. Mit den morbiden Geschichten stellt er dem heutigen Leser 24 Autorinnen und Autoren vor. In seinem über 30 Seiten umfassenden Vorwort erklärt uns der Herausgeber mehr über die Geschichte der Phantastik im Allgemeinen und über die Dekadenzliteratur im Besonderen. Die Dekadenzliteratur beschäftigt sich mit dem Lebensüberdruss und arbeitet häufig mit der Zerstörung entsprechender literarischer Strukturen. Unter der Dekadenz versteht man den Verlust des Ichs und des Daseins. Nehmen wir Fiebrische Sucht nach dem Mystischen von Bahr, so kann man sich am besten vorstellen, was gemeint ist. Für Deutschland zählt man besonders Thomas und Heinrich Mann dazu. Für Irland etwa Oskar Wilde, Anton Tsechow für Russland und andere mehr. Vor allem aber Thomas Mann griff in seinen vielen Schriften das Problem des Kulturverfalls immer wieder auf. So ist es ein großer Verdienst des Herausgebers, auch nicht so bekannte Autorinnen und Autoren vorzustellen. Letzteres gilt nicht nur für die Erzählungen. An dieser Stelle sollte man Herausgeber und Verlagsleitung ein großes Lob aussprechen, denn es ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich, so alte Geschichten zum Lesen zu erhalten.
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